Solingen: Haftbefehl gegen Messerstecher

Solingen: Haftbefehl gegen Messerstecher

Ein Staatsanwalt hat am Donnerstag Haftbefehl erlassen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen den 20-Jährigen, der am Dienstagabend in einem Bus der Linie 682 einen 16-jährigen Jugendlichen mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt hatte (wir berichteten). Zum Hintergrund des Streits zwischen dem Täter, der sich in Begleitung eines 22-Jährigen befand, und dem Opfer machte die Polizei gestern noch keine Angaben.

Nicht den Helden spielen

Unter den rund 200 SWS-Busfahrern, darunter 18 Frauen, hat die Gewalttat für neue Unruhe gesorgt, erklärte Silke Rampe. "Wie wichtig die Videoüberwachung in Bussen ist, hat dieser Fall noch einmal gezeigt, die Aufzeichnung der im Bus installierten Kamera hat die Polizei zum Täter geführt", erklärt die Stadtwerke-Sprecherin, "die Art der Brutalität gibt einem schon zu denken."

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Dennoch raten die Stadtwerke ihren Busfahrern und allen Fahrgästen, in einem solchen Fall auf keinen Fall den Helden zu spielen. Ein Rat, den auch die Polizei gibt. Wegsehen sollte man in einem solchen Fall von Gewalt jedoch auch nicht. Aus der Entfernung mit dem Handy Hilfe rufen, den Busfahrer informieren oder auch den Täter von Weitem anzusprechen sind nach Aussage von Silke Rampe geeignete Mittel der Einmischung.

Die Videoüberwachung, die inzwischen in 70 Stadtwerke-Bussen installiert ist, kann Täter offenbar nicht abschrecken, obwohl außen und innen deutlich sichtbar darauf hingewiesen wird, dass der Bus mit Kameras ausgestattet ist. Der Fahrer, so Silke Rampe, habe zwar die Möglichkeit, auf den Videobildschirm zu schauen, er müsse natürlich in erste Linie die Straße im Auge haben. Zusätzliche Kräfte in den Bussen könnten mögliche Täter vielleicht abschrecken, der Einsatz scheitere jedoch an den Kosten. Auch die Schaffner, die sich viele Fahrgäste zurückwünschen, werden wohl eine Utopie bleiben. Die fünf Ein-Euro-Jobber, die seit Januar in den Bussen unterwegs sind, sollen Auskünfte geben, aber auch allein durch ihre Präsenz mögliche Täter abschrecken. Für ein entsprechendes Sicherheitskonzept geben die Stadtwerke 350 000 Euro aus, müssen aber im Rahmen der Haushaltskonsolidierung insgesamt 750 000 Euro einsparen.

(RP)
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