Bethanien in Solingen: Gute Pflege gibt es nicht zum Nulltarif

Bethanien in Solingen: Gute Pflege gibt es nicht zum Nulltarif

Das positive Abschneiden der Klinik Bethanien bei der AOK-Umfrage führt die Geschäftsführung auch auf stetige Investitionen zurück. Als Arbeitgeber ist das Haus beim medizinischen Personal weit über die Stadtgrenzen gefragt.

Wenn die Fachklinik Bethanien unter den drei Solinger Krankenhäusern die Spitzenposition einnimmt, ist das für die Verantwortlichen einmal mehr Bestätigung, dass es sich lohnt, zu investieren, sowohl in Gebäude als auch in Ausstattung und vor allem in die Ausbildung des Personals. Bei der Beurteilung der pflegerischen Qualitäten hat die Fachklinik für Pneumologie und Allergologie in Aufderhöhe besonders gute Noten bekommen. In der pflegerischen Betreuung bekam Bethanien 81 von 100 möglichen Punkten.

"Das alles hat mit Geld zu tun, wenn ein Haus so gute Ergebnisse erzielen will", sagt Geschäftsführer Eckhard Rieger. Seit Jahren investiert die Klinik in die Erneuerung der Gebäude und der medizinischen Technik ebenso wie in die Ausbildung des Personals und die Betreuung von Patienten und Angehörigen. Aber auch die Seelsorge hat in dem Haus einen hohen Stellenwert, wie Verwaltungsleiter Kai Götze betont.

Dass sich vor allem Pflegekräfte im Haus gut aufgehoben fühlen, liegt an diversen Konzepten zur Fortbildung und Einarbeitung, wie Kai Götze betont. So gibt es zum Beispiel einen sechsmonatigen Einarbeitungskurs für Pflegepersonal auf der Intensivstation. "Dieses Personal arbeitet dort zusätzlich zu den vorhandenen Kräften und wird sicher im Umgang mit Patienten und der hochsensiblen Technik", sagt Eckhard Rieger. Das führe dazu, dass die Fluktuation beim Pflegepersonal sehr gering ist. Alle Stellen sind besetzt", sagt Kai Götze.

Bei den Ärzten sind im leitenden Bereich und bei den Oberärzten ebenfalls alle Positionen vergeben, lediglich Assistenzärzte werden hier und da gesucht. "Ärzte sind so gefragt, die können heute unter mindestens 20 Stellen auswählen", sagt der Geschäftsführer, "hier muss der Numerus clausus überdacht werden, nicht nur jemand mit Notendurchschnitt 1,1 wird später ein guter Arzt."

Das Krankenhaus Bethanien ist für ärztliches und Pflegepersonal nicht zuletzt wegen seiner Spezialisierung interessant. So ist das Haus das größte Weaning-Zentrum Deutschlands mit 50 Plätzen und Patienten, die auch von weit herkommen. Für die Arbeit in dieser Spezialabteilung bekommt die Klinik Bewerbungen aus ganz NRW. Im Zentrum werden langzeitbeatmete Patienten versorgt.

Mit dem "Solinger Konzept" bietet das Diakonische Werk Bethanien die vollständige Betreuung beatmeter Patienten an, von der Behandlung auf der Intensivstation bis zur häuslichen und stationären Pflege im Heim.

Stolz ist die Klinikleitung auch, die Position eines "Wegbegleiters" geschaffen zu haben. Ein Arzt nimmt sich der möglichen Probleme der Mitarbeiter ebenso an, wie er Beatmungspatienten und deren Angehörige begleitet und vermittelt. "In diesem sensiblen Bereich muss jemand zuhören und die Richtung vorweisen können", sagt Kai Götze. Für den Wegbegleiter wurde eine halbe zusätzliche Arzttstelle geschaffen. "Wir sind davon überzeugt, dass sich diese Investition lohnt", sagt Eckhard Rieger. Er weiß: "Wenn ein Patient dauerhaft beatmet werden muss, ist das eine existenzielle Veränderung in seinem Leben, die viele Fragen aufwirft."

Im Bereich Organisation und Service, wo die Fachklinik Bethanien 77 von 100 Punkten erreichte, wird künftig die Patientenaufnahme deutlich verbessert werden, wie Kai Götze und Eckhard Rieger versprechen. Der Funktionstrakt des Hauses stammt aus den 60er Jahren und er war seinerzeit für 2000 Patienten ausgerichtet, heute sind es rund 6000, die jährlich aufgenommen werden. Entscheidend verbessert worden sei die Situation bereits im vergangenen Jahr mit der Eröffnung des neuen Gesundheitszentrums, wo Arztpraxen, Dialyse, eine Apotheke und eine Physiotherapie Platz gefunden haben. Das Krankenhaus hat aber auch eine Station unterbringen können mit maximal 27 Betten, von denen die Hälfte als Ausweichbetten zur Verfügung stehen. "Zeiten, in denen Patienten auf dem Flur liegen mussten, gehören damit endgültig der Vergangenheit an", sagt Eckhard Rieger. Und das Haus erweitert sich immer noch. Bis 2015 sollen die nun acht Jahre andauernden Baumaßnahmen beendet sein. "Dann sind wir gut aufgestellt auch für die Zukunft", ist Eckhard Rieger überzeugt.

(RP)