Grüne für Elektrifizierung der bergischen S-Bahn-Strecke

S-Bahn 7: Solinger Grüne fordern Elektrifizierung der Strecke des „Müngsteners“

Ratsfraktion hält dies auch ohne Oberleitungen auf der Müngstener Brücke für möglich. Städte sollen gemeinsame Offensive starten.

Solingen braucht eine regelmäßige Direktverbindung vom Bahnhof Mitte nach Düsseldorf. Das zeigen nach Meinung des Grünen-Stadtratspolitikers Manfred Krause nicht zuletzt die fast alltäglichen Ausfälle auf der S-Bahn-Linie (S 1), die von Ohligs aus über die Landeshauptstadt bis nach Dortmund fährt. Für die von ihm geforderte „Durchbindung“ wäre laut Krause aber eine Elektrifizierung der Bahnstrecke des „Müngsteners“ von Ohligs über Solingen-Mitte und Remscheid bis nach Wuppertal nötig. Technisch sei dies auch ohne Oberleitungen auf der Müngstener Brücke möglich, sagt Krause. Jetzt sei es Sache der drei Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal, die Initiative zu ergreifen.

Abgesehen von einigen Zügen morgens und nachmittags verkehrt der „Müngstener“ (Linie S 7) nur zwischen Wuppertal, Remscheid und dem Solinger Hauptbahnhof in Ohligs. Weil auf der Müngstener Brücke Oberleitungen aus statischen Gründen und wegen des Denkmalschutzes nicht möglich sind, setzt das Bahnunternehmen Abellio auf dieser Linie Dieselzüge ein. Die aus Remscheid stammende Idee, diese Fahrzeuge nach Düsseldorf weiterfahren zu lassen, ist laut Krause wegen der schlechteren Diesel-Abgaswerte nicht erstrebenswert. Elektrische Züge seien nicht nur leistungsfähiger und leiser als Dieselfahrzeuge, sie seien auch umweltfreundlicher.

Aus Krauses Sicht reicht es nicht aus, eine Elektrifizierung des „Müngsteners“ – wie es im Nahverkehrsplan des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) heißt – wegen der befürchteten hohen Investitionskosten erst nach 2029 zu prüfen. Das Bergische Land dürfe bei der Weiterentwicklung des öffentlichen Schienennahverkehrs nicht weiter vernachlässigt werden.

Krauses Fraktionskollege Dietmar Gaida berichtet, dass der VRR plane, von 2019 an die Linie S 1 (Dortmund-Solingen) in Duisburg zu unterteilen. Die neue Linie könnte nach seiner Meinung dann über Solingen-Hauptbahnhof hinaus über Remscheid nach Wuppertal verlängert werden. Dies funktioniere aber nur mit einer elektrifizierten Strecke, die von heute auf morgen nicht umzusetzen wäre, ergänzt Krause. Ein Förderprogramm für die Elektrifizierung von Bahnstrecken, das die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag ankündigt, sollte genutzt werden, um die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen.

Dazu sollten laut Gaida die drei betroffenen Großstädte ein gemeinsames Gutachten in Auftrag geben. Die nötige Technik sei „in der Endstufe der Entwicklung“, schildert Krause.

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