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Solingen: Große Zustimmung für den Freizeitpark

Solingen : Große Zustimmung für den Freizeitpark

Manfred Heim überreichte am Dienstag 900 ausgefüllte Fragebögen im Rathaus an Oberbürgermeister Norbert Feith.

Während die Solinger bei hochsommerlichem Wetter in diesen Tagen in Scharen in die Freibäder und Sportanlagen strömen, ist das ehemalige Freibad Aufderhöhe noch immer verwaist. Die Pläne zur Umgestaltung der Anlage in einen Freizeitpark mit Sportangeboten von Beachvolleyball bis zu Boule liegen weiter auf Eis, nachdem ein Anwohner im vergangenen Herbst erfolgreich gegen das Projekt geklagt hatte. Doch der Förderverein Freizeitpark Aufderhöhe kämpft weiter für die Anlage.

Insgesamt 1200 Fragebögen hatten Mitglieder des Vereins in Geschäften und Kindergärten in Aufderhöhe ausgelegt. Auch 15 Anwohner der Höher Heide unterstützten den Förderverein, freute sich Manfred Heim.

"Uns ist es wichtig, den Kontakt zu den Bewohnern aufrecht zu erhalten", betonte der 73-Jährige, der sich seit schon 18 Jahren für das Sportangebot im Josefstal einsetzt. Auch Jugendorganisationen haben sich dem Förderverein angeschlossen. "Wir wollen etwas für den Stadtteil tun", bekräftigte Frank Seifert (25) von der evangelischen Kirchengemeinde Rupelrath, der ebenfalls zur gestrigen Übergabe der Fragebögen ins Rathaus gekommen war. "Uns geht es einfach darum, dass man hier spielen und Sport treiben kann", ergänzte Gemeindemitglied Lukas Schrumpf (19).

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"Der Wille, das Gelände zu erhalten ist da", sagte auch Oberbürgermeister Norbert Feith. Im September hatte das Oberverwaltungsgericht Münster nach der Klage eines Anwohners den Bebauungsplan gekippt. Der muss nun unter geänderten Rahmenbedingungen ganz neu erarbeitet werden. Der Urteilsspruch stuft das Gebiet nicht mehr als "allgemeines", sondern als "reines Wohngebiet" ein.

Dadurch gelten in der Umgebung strengere Lärmschutzvorschriften. Um diese in Einklang mit den Bauplänen für den Freizeitpark zu bringen, holt die Stadt derzeit ein Gutachten ein, das in etwa sechs Wochen fertig sein soll.

"Im Rahmen dieser Möglichkeiten wollen wir alles machen, was bis 22 Uhr möglich ist", sagte Manfred Heim, der auch die Schaffung kleinerer Lärmschutzmaßnahmen und eines zweiten Eingangs in größerer Entfernung zu den Wohnhäusern in Aussicht stellte.

Unklar ist noch, inwieweit die Anlage von Schülergruppen und der offenen Zeltstadt für Jugendliche an einigen Terminen im Sommer zum Zelten genutzt werden kann.

Mit jenem Nachbarn, der sich im zurückliegenden Jahr juristisch gegen den Freizeitpark wehrte, wolle der Förderverein ein Einvernehmen finden, stellte Manfred Heim klar und sagte: "Die Verlierer der jetzigen Situation sind die jungen Leute und Familien."

Bis ein neuer Bebauungsplan für das Gebiet den Weg durch die verschiedenen Gremien mitsamt einer Bürgerbeteiligung gefunden hat, wird voraussichtlich von jetzt an noch mehr als ein Jahr ins Land gehen.

(ied)