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Solingen: Großbaustelle wird zur Geduldsprobe

Solingen : Großbaustelle wird zur Geduldsprobe

Mit Hochdruck läuft jetzt die Umgestaltung des Alten Marktes. Ende Juni sollen Platz und Seitengassen fertiggestellt sein. Die Skulptur von Peter Witte und das Klingenschmieddenkmal sind in einem leerstehenden Geschäft zwischengelagert.

Feinarbeit ist gefragt auf der Großbaustelle Alter Markt in der Solinger City. Sternförmig treffen die Seitengassen Kirchstraße, Ohliger Tor, Küster- und Linkgasse zusammen; zahlreiche Passanten nutzten gestern das schöne Einkaufswetter der ersten Frühlingstage — da bleibt nicht viel Platz für die Bauarbeiter, um zwischen den Absperrungen mit dem Radlader zu rangieren und Gräben für die neuen Versorgungsleitungen auszuheben. "Wir können nur abschnittsweise vorgehen", heißt es auf der Baustelle.

Anfang Januar sollte es eigentlich losgehen. "Leider hat sich der Baubeginn wegen der Frostperiode um vier Wochen verzögert", sagt Artur Pach vom Technischen Betrieb der Stadt.

Doch jetzt wird mit Hochdruck gearbeitet. Es macht Sinn, im Zuge der Umgestaltung des Platzes zunächst die Versorgungsleitungen zu erneuern. Ziel ist, dies möglichst bis Ende April erledigt zu haben. Danach soll der Alte Markt einen neuen Bodenbelag bekommen — ähnlich wie der Naturstein auf dem Neumarkt/Graf-Wilhelm-Platz gegenüber des neuen Hofgartens mit dem Busbahnhof.

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Zu einem "Platz mit Flair", der zum Verweilen und Einkaufen einlädt, soll der Alte Markt umgestaltet werden. Gut 950 000 Euro werden investiert. Bis zur Eröffnung des neuen Einkaufszentrums am Graf-Wilhelm-Platz/Neumarkt im Herbst soll der Alte Markt in jedem Fall in einem neuen Glanz erstrahlen. Angestrebt wird sogar die Fertigstellung bis Ende Juni. Die Neugestaltung ist Teil des Projektes City 2013.

Besondere Schwierigkeit in diesem Innenstadt-Bereich: Jede Menge Gas-, Wasser-, Telefon- und Stromleitungen sowie die Abwasserrohre sind unter den neu zu gestaltenden Flächen verlegt. Und diese Leitungen müssen während der laufenden Arbeiten am Netz bleiben. Beim Ausheben der neuen Gräben kann mitunter kein schweres Gerät eingesetzt werden, um die alten Leitungen mit der Baggerschaufel nicht zu beschädigten.

Deshalb wird sogar ein Sauggerät, ähnlich einem überdimensionalen Staubsauger, eingesetzt. Direkt vor dem Eingang des Bistros Valentino steht der Lastwagen mit dem Saugbagger. Der Arbeitslärm ist unüberhörbar.

Es bedarf jedenfalls starker Nerven bei Bistro-Gästen, sich dennoch auf den Stühlen ins Freie zu setzen und die Sonne zu genießen. "Gewiss ist das eine Beeinträchtigung", sagt Valentino-Inhaber Stephan Mahlmann.

Er freut sich auf den neuen, schönen Alten Markt. Doch bis dahin heißt es für ihn und die anderen Geschäftsleute am Alten Markt erst einmal, die Unannehmlichkeiten der Bauzeit zu überstehen. Das wird zur Geduldsprobe. "Wir hoffen, dass uns die Stammgäste treu bleiben", sagt Bistro-Inhaber Mahlmann.

Von vielen Bistro-Gästen wird er nach dem Ende der Arbeiten gefragt. Er selbst hätte sich einen früheren Baustart gewünscht; und zwar schon Ende des vergangenen Jahres. Dann wäre vor dem Beginn der Saison mit der Außengastronomie manches bereitsa erledigt.

Abmontiert sind jedenfalls längst die Skulpturen des Heimatdichters Peter Witte sowie die der beiden Schmiede am Amboss des Klingenschmied-Denkmals. Zwischengelagert ist all das in einem leerstehenden Geschäft im Bereich der Innenstadt. Damit die Skulpturen keinen Schaden nehmen, liegen sie fein säuberlich nebeneinander auf Brettern beziehungsweise Paletten.

Mit dem Abschluss der Arbeiten werden Peter Witte und Klingenschmieddenkmal wieder zurück auf den Cityplatz kommen. Rund 20 Sitzgelegenheiten wird es dann auf dem Alten Markt geben, zudem drei Kuben, auf denen Kinder spielen können, auf denen sich aber auch sitzen lässt. Die Kuben werden den drei Bäumen auf dem Alten Markt zugeordnet.

(RP)