Solingen: Grillen - so klappt's auch mit dem Nachbarn

Solingen : Grillen - so klappt's auch mit dem Nachbarn

Mit diesen Tipps gelingt das kulinarische Vergnügen unter freiem Himmel bestimmt. Der Trend geht dabei zum Gas- und Zweitgrill.

Wenn das Quecksilber im Thermometer ansteigt und Sonnenstrahlen die Wolken durchbrechen, dann ist bekanntlich der Geruch von Holzkohle und Grillgut nicht mehr weit. Viele Solinger haben bereits ihre Terrassen gekehrt und die Gartenmöbel zurechtgerückt, denn für das anstehende Wochenende sind Temperaturen angekündigt, die an der 30-Grad-Marke kratzen. Doch es gibt einige Kleinigkeiten, auf die Liebhaber von geröstetem Fleisch und Gemüse achten sollten.

Zwar ist es gesetzlich nicht verboten, jeden Tag im heimischen Garten zu grillen, zuvor muss jedoch sichergestellt werden, dass kein Nachbar durch den Grillrauch belästigt wird. "Solche Fälle kommen in Solingen immer wieder vor", sagt Herbert Gerbig, Obmann der Solinger Schiedsleute. In den meisten Fällen würden die Differenzen jedoch kommunikativ gelöst. "Es ist immer ratsam, bereits vor dem Grillen mit dem Nachbarn zu sprechen. Oder noch einfacher - ihn einzuladen", so Gerbig. Sollte es beim Schiedsamt zu keiner Einigung der beiden Parteien kommen, geht es vor Gericht.

Ist das Grillen im heimischen Garten eher geprägt von juristischen Grauzonen, sind die Vorgaben zum Grillen auf öffentlichen Flächen klar geregelt. Lediglich auf den beiden Plätzen im Bärenloch und innerhalb der vorgesehenen Zone im Engelsberger Hof ist in Solingen das öffentliche Grillen von 11 bis 21 Uhr erlaubt. Aufgrund akuter Brandgefahr ist dabei stets ein Sicherheitsabstand von mindestens 25 Metern zu den nächstgelegenen Bäumen einzuhalten. Zudem muss ein Abstand von fünf Metern zu anderen brennbaren Gegenständen wie Bänken oder freistehenden Büschen gewährleistet sein. Die Nutzer der Grillbereiche sind zudem verpflichtet, den Platz im Anschluss ordnungsgemäß zu räumen und zu säubern. Die Nutzung eines öffentlichen Grillplatzes ab 100 Personen muss beim Stadtdienst Ordnung schriftlich beantragt werden. Bei Berücksichtigung dieser Regeln sollte dem Grillvergnügen nichts mehr im Wege stehen.

Aufgrund des zeitigen Frühlings ist der Grillverkauf in Solingen im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Laut Christian Hertzschuch, Grill-Experte beim Solinger Gongoll-Freizeitmarkt, beginne die Monopolstellung des guten alten Holzkohlegrills allmählich zu bröckeln. "Viele Kunden steigen um auf einen Gasgrill. Aus dem einfachen Grund, dass er mit weniger Aufwand verbunden ist als ein Holzkohlegrill", sagt Hertzschuch. Auch der Zweitgrill sei eine beliebte Option - von einem Elektrogrill sehen die meisten Kunden jedoch ab. "Das hat geschmackliche Gründe. Bei Gas und Holzkohle schmeckt man hingegen kaum einen Unterschied", sagt Hertzschuch.

Laut des Grill-Experten spiele die Temperatur dabei eine besonders große Rolle. Hertzschuch rät zur "Slow-and-low"-Variante - der langsamen Zubereitungen bei niedrigen Temperaturen. Nach der Nutzung von Grills, die mit Abdeckungen versehen sind, sollte das Gerät für fünf bis zehn Minuten auf voller Leistung erhitzt werden, damit Rückstände abbrennen können. Beim Reinigen des Rosts sollte eine Drahtbürste eingesetzt werden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE