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Solingen: Gräwert verlässt Linke, bleibt aber in BV

Solingen : Gräwert verlässt Linke, bleibt aber in BV

Am Ende hatte Manfred Gräwert die Nase voll von den Linken. Dabei, so betonte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, habe sein Austritt rein gar nichts mit dem Solinger Kreisverband zu tun. Sondern nur mit dem Ärger mit der Landes- und zuletzt auch mit der Bundespartei.

Ab sofort wird Gräwert nun als Parteiloser in der Bezirksvertretung Wald sitzen. Der Mehrheit aus SPD, Grünen und BfS werde er weiter ein verlässlicher Partner sein, betonte er.

Warum nun sein nicht ganz freiwilliger Austritt? Einem Mitglied des Linken-Landesvorstandes war zu Ohren gekommen, dass sich Gräwert in der Mai-Sitzung der BV Wald dafür ausgesprochen hatte, das Berliner Modell beim Winterdienst einmal für Solingen zu überdenken. Diese Aussage habe dann Rita Pickardt in der gleichen Sitzung der BV Wald dazu genutzt, ihm als Linken vorzuwerfen, Zwangsarbeit für Arbeitslose zu unterstützen. "Völliger Blödsinn", sagt Gräwert: "Wenn man sich mal mit dem Berliner Modell befasst, merkt man, dass da was ganz anderes hinter steht."

Doch die Maschine, die dann anlief, ließ sich nicht mehr aufhalten. Gräwert verlangte sogar Einsicht in das entsprechende Protokoll der BV-Sitzung. Aber auch das half nichts mehr. Er stehe nach wie vor zu 80 Prozent hinter den Positionen der Linken. Doch seinen eigenen Kopf lasse er sich nicht verbieten. Weil er das auch früher schon so sah, verließ er die SPD unter einem Kanzler Schröder – auch wegen der Hartz-IV-Gesetze – wie so viele andere Linke mit ihm.

Doch sein Abgang will Gräwert nicht als ein Zeichen für Auflösungserscheinungen bei der Solinger Linkspartei verstanden wissen: "Das ist völliger Quatsch."

(RP)