Aus den Stadtbezirken: Gräfrath wartet auf Supermarkt

Aus den Stadtbezirken: Gräfrath wartet auf Supermarkt

Studenten der Bergischen Universität helfen jetzt mit, den Bereich Central aufzuwerten. Ende März sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Der Platz am alten Gräfrather Bahnhof an der Wuppertaler Straße ist immer noch verweist. Zu gerne hätte nicht nur Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) hier einen Lebensmittelmarkt. "Das würden wir sehr begrüßen. Unser Wunsch ist es, dass dort etwas geschieht", sagt der Bezirksbürgermeister mit Blick auf diese Brachfläche und das kommende Jahr.

Doch die Geschichte "Lebensmittelmarkt in Gräfrath" ist langwierig - und auch schwierig. "Nach dem kommunalen Einzelhandelskonzept ist für unseren Stadtteil am alten Bahnhof lediglich ein Nahversorgungsmarkt mit einer Fläche von 800 Quadratmetern vorgesehen. Der Investor plant aber einen Lebensmittelmarkt auf einer Fläche von 2700 Quadratmetern. Das wiederum bedarf der Zustimmung der Bezirksregierung", erklärt Udo Vogtländer. Wenn diese zustimmt, wäre der Weg frei, um einen Bebauungsplan aufzustellen.

Aber damit ist es nicht getan. Denn weitere Steine liegen auf dem Weg, die zunächst weggeräumt werden müssen, damit der Wunsch von einem größeren Lebensmittelmarkt nahe des Gräfrather Stadtzentrums Wirklichkeit werden kann. "Auflage für den Investor wäre auch eine Ampelanlage. Zudem gibt es im Grünstreifen am alten Bahnhof eine Pump-Station der Stadtwerke - diese müsste verlegt werden", erzählt der Gräfrather Bezirksbürgermeister. Lärm- und Verkehrsgutachten - auch das müsste in Auftrag gegeben und vom Investor bezahlt werden. Von daher kann Udo Vogtländer durchaus verstehen und nachvollziehen, dass sich der potenzielle Investor Siegfried Lapawa bei all den Hürden von Seiten der Stadt benachteiligt fühlt. "Wenn irgendwo ein neuer Discounter entsteht, die haben es nicht so schwer", sagt Vogtländer.

Jedenfalls unterstützt die Bezirksvertretung auch im neuen Jahr das Vorhaben, am alten Bahn einen Lebensmittelmarkt zu errichten: "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Udo Vogtländer.

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Ihm ist es auch eine Herzensangelegenheit, die Situation am Central zu verbessern. "Hier ist nun Licht im Tunnel zu erkennen", sagt der Bezirksbürgermeister mit Blick auf ein geplantes zweistufiges Konzept, an dem zunächst auch Architektur-Studenten der Bergischen Universität Wuppertal teilnehmen. Die schauen sich die Gesamtsituation am Central an und entwickeln für mehrere Objekte beziehungsweise Immobilien Nutzungskonzepte.

"Wir wollen den Bereich Central aufwerten und dort auch die problematische Parkplatzsituation verbessern. Dafür müssen aber die Eigentümer mitspielen", sagt Udo Vogtländer. Er hofft, für das Central-Projekt auch Fördermittel zu bekommen. "Die Studenten sind bereits an der Arbeit. Die Bezirksvertretung erwartet Ende März einen Bericht und wird dann voraussichtlich eine Planungswerkstatt installieren, um voranzukommen", berichtet der Bezirksbürgermeister. Für ihn ist klar: "Am Central müssen wir einen Schritt weiterkommen - ein großer Wurf muss her."

Ansprechpartner für die Gräfrather sein, das haben sich die Bezirksvertreter um Udo Vogtländer ebenso weiter vorgenommen. "Es herrscht ein positiver Zusammenhalt im sympathischen Stadtteil zwischen Vereinen, Kirchen und allen anderen", sagt Vogtländer. Und der Stadtteil sei nicht nur auf den historischen Ortskern von Gräfrath begrenzt, sondern geht bis zur Schlagbaumer Straße. "Bei vielen Projekten haben wir gemerkt, dass die Bürger mit eingebunden werden wollen. Diesen Dialog werden wir kontinuierlich fortsetzen und stets frühzeitig Bürgerveranstaltungen anbieten", sagt der Bezirksbürgermeister. "Das bewährt sich."

(uwv)