Winter-Comeback in Solingen Glatteis und Schnee sorgen für Chaos auf den Straßen

Solingen · Der Winter ist noch nicht vorbei – das haben zahlreiche Autofahrer am Donnerstag zu spüren bekommen. Erst gegen Mittag entspannte sich die Lage.

 Auf der L 74 war die Fahrbahn bis in den Mittag hinein spiegelglatt. Die Autos kamen nur langsam voran.

Auf der L 74 war die Fahrbahn bis in den Mittag hinein spiegelglatt. Die Autos kamen nur langsam voran.

Foto: Martin Oberpriller

Der Wintereinbruch am Donnerstagmorgen hat viele Autofahrer sprichwörtlich kalt erwischt – und auf den Straßen in und um Solingen für mehrere Stunden ein regelrechtes Verkehrschaos ausgelöst. So zählte die Polizei allein in der Klingenstadt insgesamt 39 Unfälle, bei denen ein Gesamt-Sachschaden in Höhe von 50.000 Euro entstand. Und auch außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes gab es teilweise bis in die Mittagsstunden kaum ein Durchkommen, weswegen etliche Berufspendler zu spät zur Arbeit kamen.

Beispielsweise hatte sich die Fahrbahn der L 74, die Wuppertal mit Solingen verbindet, zwischenzeitlich in eine durchgehende Eisbahn verwandelt. Praktisch ab dem Sonnborner Kreuz stauten sich die Fahrzeuge, die lediglich im Schritttempo vorankamen. Dabei gerieten vor allem solche Verkehrsteilnehmer ins Rutschen, die keine Winterreifen aufgezogen hatten, derweil Lastwagenfahrer vereinzelt ihre Reifen sogar mit Schneeketten versehen hatten, um wenigstens langsam fahren zu können.

Doch auch wer die Anfahrt nach Solingen schließlich geschafft hatte, musste sich weiter in Geduld üben. Denn nachdem der Schneefall gegen sechs Uhr morgens und damit kurz vor Beginn des Berufsverkehrs eingesetzt hatte, ging schon kurze Zeit später kaum noch etwas. So blieben unter anderem auf der B 229 zwischen Remscheid und Solingen sowie auf der Viehbachtalstraße zahlreiche Lkw hängen. Und auch die Fahrer von Pkw hatten Schwierigkeiten, wie einige quer auf den Fahrbahnen stehende Fahrzeuge verdeutlichten.

Darüber hinaus war der Busverkehr ebenfalls von Schnee und Glatteis in Mitleidenschaft gezogen. Zwar stellte der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Solingen den Linienbusverkehr nicht in Gänze ein. Dennoch mussten die Fahrgäste bisweilen deutliche Verspätungen in Kauf nehmen, gab es doch aufgrund der wetterbedingten Staus auch für die Busse auf manchen Straßen kein Durchkommen mehr.

Währenddessen war der Räumdienst der Technischen Betriebe Solingen (TBS) im Dauereinsatz, um die Straßen nach einer festgelegten Prioritätenliste vom Schnee zu befreien und sorgte so dafür, dass der Busverkehr im Gegensatz zur Nachbarstadt Wuppertal nicht komplett eingestellt werden musste. Das lag auch daran, dass einige der Hauptverkehrsstraßen bereits vor Beginn der Schneefälle gestreut worden waren. Indes dauerte es bis in die Mittagsstunden, ehe der Verkehr überall wieder einigermaßen störungsfrei lief.

„Die Situation war phasenweise schwierig“, zog die Polizei am Donnerstagnachmittag eine erste Bilanz. Glücklicherweise, so ein Sprecher, sei es bei den Unfällen aber überwiegend bei Blechschäden geblieben. „Wir hatten in Solingen eine leichtverletzte Autofahrerin, die gegen 6.30 Uhr im Bereich der Ortslage Felsenkeller mit einen anderen Fahrzeug zusammengestoßen ist“, sagte der Polizeisprecher, dessen Kollegen im gesamten bergischen Städtedreieck bis 16 Uhr 159 Unfälle mit drei Verletzten gezählt hatten – wobei Wuppertal mit 85 Unfällen sowie einem Gesamt-Sachschaden von 270.000 Euro am heftigsten getroffen worden war.

Trotzdem wird der Wintereinbruch auch in Solingen noch einige Tage Auswirkungen haben. So behinderten Schnee und Eis nicht nur die normalen Autofahrer, sondern auch die Müllabfuhr. Die regulären Termine konnten daher nicht überall gehalten werden, teilte die Stadt mit. Die TBS werden die Leerung bis Samstag nachholen. Gelbe und blaue Behälter sollen so lange draußen bleiben, bis sie geleert sind.

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