Solingen: Geschichte von Peter Pan brillant gespielt

Solingen : Geschichte von Peter Pan brillant gespielt

Es ist die Geschichte des Jungen, der niemals erwachsen werden möchte: Das Stück "Peter Pan" von James Barrie erlebte 1904 seine Premiere in London. Fünfzig Jahre später machte Walt Disney daraus einen seiner bezauberndsten Zeichentrickfilme, der bis heute nachwirkt. Auch die von vier Musikern begleitete Aufführung des Stadtensembles im Pina-Bausch-Saal wird bestimmt vielen Kindern in Erinnerung bleiben, denn sie lebten ganz intensiv für einige Zeit in der zauberhaften Welt des Theaters.

Mitglieder der Bühnenspiele Höhscheid, der Gesellschaft Wohlgemuth und des Ensembles Profan formierten sich wieder zum Ensemble brillanter Akteure. Die Kinder der Familie Darling, besonders die heranwachsende Wendy (Julia Anne Steinhardt) schwärmen von den Abenteuern des Peter Pan, der mit den "verlorenen Jungs" auf einer Insel lebt. Plötzlich wird aus der Geschichte Realität, Peter (einfach hinreißend burschikos: Renate Kemperdick) entführt John, Michael und Wendy kurzerhand auf seine Insel, dort erleben sie viele Abenteuer mit Indianern und Piraten.

Für den Flug sorgt der Zauberstaub der Fee Tinkerbell, und solch eine Fee hatten die Kinder wohl noch nie gesehen. Karl-Josef Überall macht aus dem filigranen Zauberwesen eine stämmige Grazie im Ballettröckchen mit viel Selbstspott, und holt alles aus dieser prächtigen Paraderolle heraus.

Spielleiter Michael Tesch hält die lustige und spannende Handlung in den schönen Bühnenbildern immer in Bewegung, die hinterlistigen Piraten haben auch die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen.

Bearbeiter Uwe Dahlhaus hat in seiner Fassung nichts augelassen, für sich selbst reservierte er die Rolle des stark von sich überzeugten Kapitän Hook mit der Hakenhand. Der hat vor nichts Angst, außer vor dem Krokodil, das ihm einst eine Hand abgebissen hatte.

Am Ende streift sich die mutige Tinkerbell das Trikot von Superman über und befreit mit Peter die Indianerin Tiger Lilly. Die verlorenen Jungs finden sogar eine neue Heimat im Haus der Familie Darling.

Auch bei zwei Stunden Dauer kam nie Langeweile auf, und als Klaus-Peter Voigt zum Schluss ein opulentes Bühnenfeuerwerk zündete, waren die Kinder im Publikum vollends aus dem Häuschen.

Weitere Aufführungen von "Nimmerland" sind heute, morgen und am Freitag jeweils um 9 und 12 Uhr, Samstag, 17. Dezember, um 16 Uhr. Restkarten an der Theaterkasse. Telefon 204820.

(RP)
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