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Kotter Straße: Geparkte Laster gefährden Straßenverkehr

Kotter Straße : Geparkte Laster gefährden Straßenverkehr

Lkw versperren in der Stadt anderen Autofahrern oftmals die Sicht. Mitunter kommt es brenzligen Situationen, wenn die Fahrer Pausen einlegen. Die Stadt verweist auf Stellplätze am Stadtrand. Die sind für die Betroffenen aber keine Lösung.

Sie sind ausgesprochen groß, nehmen viel Platz weg und sind deshalb vor allem eines: tonnenschwere Hindernisse, die selbst im stehenden Zustand eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. In Solingen wie auch in anderen Städten suchen sich Fernfahrer für ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten immer häufiger innerstädtische Straßen aus. Doch damit werden sie und ihre Lastwagen mehr und mehr zu einem Ärgernis, dem Teile der Politik darum den Kampf angesagt haben.

"Es ist unmöglich, dass Lastwagen einfach mitten in dicht bebauten und bewohnten Gegenden abgestellt werden", sagte jetzt der Bezirksbürgermeister von Mitte, Richard Schmidt (SPD), auf Anfrage unserer Redaktion. Dabei muss der Sozialdemokrat gar nicht lange suchen, um in seinem eigenen Stadtbezirk Stellen auszumachen, an denen sich die "Brummifahrer" samt ihrer Gefährte eine Auszeit genehmigen.

So ist beispielsweise die Kotter Straße eine dieser "Ruhezonen". Vor allem an Wochenenden parken dort etliche Lkw, die dann den anderen Autofahrern die Sicht versperren. Was wiederum bei Großveranstaltungen in der nahen Klingenhalle, etwa wenn die Bundesliga-Handballer des Bergischen HC ein Heimspiel in Solingen haben, zum Problem wird.

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Der Grund: Die Lastwagenfahrer parken an der Kotter Straße stadteinwärts auf dem rechten Parkstreifen und behindern auf diese Weise jene Autofahrer, die vom Parkplatz der Halle kommend auf die Kotter Straße abbiegen wollen. "Man muss sich regelrecht vortasten, um keinen Unfall zu bauen", sagte zuletzt etwa ein genervter Handball-Fan, der nach einem Auftritt des BHC am Weyersberg viel Mühe hatte, im Anschluss an das Spiel wieder abzureisen.

Bei der Stadt Solingen weiß man um diese Schwierigkeiten, sieht aber zurzeit kaum Möglichkeiten, etwas gegen die abgestellten Lkws zu unternehmen. So sei in einem Teilbereich der Kotter Straße das Parken von Lkw tatsächlich noch möglich, betätigte zuletzt eine Stadtsprecherin. Gleichwohl mache eine Beschränkung auf normale Autos keinen Sinn. Denn dann, so die Sprecherin weiter, stehe zu befürchten, dass sich "das Lkw-Parken in die umliegenden Wohngebiete" verlagere. Ein solches Phänomen sei zum Beispiel schon heute "vereinzelt auf der Augustastraße" zu beobachten, hieß es zu der Problematik aus dem Rathaus.

Dabei hatte sich die Verwaltung vor gar nicht allzu langer Zeit bereits mit der Situation an der Kotter Straße beschäftigt. Anfang 2016 waren die zuständigen Stellen der Stadt Solingen gemeinsam mit der Grün- und Wegekommission der Bezirksvertretung Mitte vor Ort gewesen, um sich ein genaues Bild zu verschaffen. Mit dem Ergebnis, dass im April des vergangenen Jahres zunächst einmal das Abstellen der Lastwagen auf der gegenüberliegenden Seite der Straße stadtauswärts untersagt wurde.

Aus Sicht von Bezirksbürgermeister Schmidt brachte diese Maßnahme allerdings keineswegs den erwünschten Erfolg, weswegen der Sozialdemokrat demnächst ein weiteres Mal aktiv werden will. "Wir werden einen neuen Termin der Grün- und Wegekommission veranlassen", kündigte Schmidt an, derweil die Stadt an die Vernunft der Lkw-Fahrer appellierte. So stünden für die Fernfahrer auch Pausenplätze in Aufderhöhe an der Wiefeldicker Straße sowie in Landwehr zur Verfügung, sagte die Rathaus-Sprecherin.

Was nach Einschätzung der Betroffenen jedoch keine wirkliche Lösung ist. "Die Parkplätze an vielen Autobahnraststätten sind hoffnungslos überfüllt", berichtet ein Insider aus dem Alltag. Darum wichen gerade auswärtige Fahrer in die Städte aus - und suchten sich dort vor allem solche Stellen aus, wo man an den Wochenenden zur Not auch mal ein paar Einkäufe tätigen könne. "Parkplätze irgendwo am Stadtrand sind für die meisten jedenfalls keine Alternative", sagt der Mann, der selbst als Lkw-Fahrer arbeitet.

(or)