Solingen: Gemeinsam stricken und häkeln

Solingen : Gemeinsam stricken und häkeln

In der Strickgruppe des Psychosozialen Trägervereins Solingen treffen sich psychisch kranke und gesunde Menschen.

"Etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, vermittelt ein Gefühl der Zufriedenheit und macht selbstbewusst", weiß Ulrike König. Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet beim Psychosozialen Trägerverein Solingen. Im Verein, der seinen Sitz im Hause Eichenstraße 105-109 hat und darüber hinaus eine Anlaufstelle im Zentrum der Stadt an der Kölner Straße unterhält, kümmert König sich in erster Linie um betreutes Wohnen für psychisch kranke Menschen.

Vor eineinhalb Jahren hat sie ein besonderes Angebot ins Leben gerufen: Alle 14 Tage leitet sie die Strickgruppe des Psychosozialen Trägervereins. "Unsere Gruppentreffen finden großen Anklang", freut Ulrike König sich. Sie hat die Gruppe ursprünglich gegründet, um psychisch Kranken eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit anzubieten. "Viele Betroffene sind nicht in der Lage, zu arbeiten und freuen sich sehr über ein gutes Freizeitangebot und die Möglichkeit, neue soziale Kontakte zu knüpfen."

Bis zu 15 Damen kämen regelmäßig zusammen, um gemeinsam zu handarbeiten. Natürlich seien auch Männer herzlich willkommen. "Außerdem wünschen wir uns, die Gruppe zu einem Treffpunkt zu machen, an dem psychisch erkrankte und gesunde Menschen zusammenkommen und einem gemeinsamen Hobby nachgehen." Wer mitmachen möchte, sei jederzeit herzlich willkommen und könne einfach spontan bei einem der Gruppentreffen vorbeikommen.

Stricken können muss niemand von Anfang an, der dabei sein möchte. "Bei uns sind auch totale Anfänger gut aufgehoben", verspricht Gruppenleiterin Ulrike König. Geduldig erklärt sie den Teilnehmern die Kunst des Strickens und Häkelns. Oft hilft man sich auch gegenseitig bei kniffligen Mustern und fallenden Maschen. "Gemeinsam entwickeln wir eine Menge kreative Ideen und die ersten Freundschaften haben sich entwickelt", beobachtet König.

Viele Schals und Tücher sind in den vergangenen Monaten gefertigt worden. Die Gruppenmitglieder sind stolz auf ihre handgemachten Produkte und lernen immer weiter dazu. Erst vor kurzer Zeit hat sich die erste von ihnen an die Anfertigung einer Jacke gewagt. Damit die Strickgruppe weiterhin bestehen kann und kein Teilnehmer eigene Materialien zu den Treffen mitbringen muss, ist sie auf Sachspenden angewiesen. "Von Wolle bis zu Strick- und Häkelnadeln finden wir für alles Verwendung", so Ulrike König, die sich gleichzeitig für die schon eingegangenen Spenden bedanken möchte. Vorsortieren sei nicht nötig. "Wir freuen uns über jede Spende sehr und verwenden das Material für viele wunderbare Handarbeiten."

(pbm)
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