Solingen: Gelebte bergische Kooperation

Solingen: Gelebte bergische Kooperation

Unterschiedlicher hätten die äußeren Bedingungen kaum sein können. Am Schneechaos-Tag des 3. Februar war der Termin zur öffentlichen Vorstellung des Bergischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes durch die drei bergischen Oberbürgermeister abgesagt worden. Gestern nun war von Schnee un Eis weit und breit nichts mehr zu sehen, stattdessen hatte der erste Frühlingstag auch über dem Verwaltungsgebäude an der Dorper Straße Einzug gehalten.

Dort hatte bis Ende 2008 das Solinger Gesundheitsamt seinen Sitz, das inzwischen in den Rathaus-Neubau gezogen ist. In dem Verwaltungsgebäude wird seit Anfang des Jahres die bergische Kooperation aller drei Großstädte gelebt. 33 Mitarbeiter wurden von mehreren Standorten dort konzentriert. Vorübergehend werden aber noch eine kleinere Remscheider und Wuppertaler Außenstelle aufrecht erhalten. Sechs Mitarbeiter kamen aus Remscheid, 13 aus Wuppertal sowie elf aus Solingen – sie machen nun vom zentralen Standort aus ihre altbekannten Jobs. Dazu gehört die Überwachung von Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben genauso wie die Überprüfung von so genannten gefährlichen Hunden.

Einsatz bei Tierseuchen

Solch einen Fall hatte es vor kurzer Zeit in der Klingenstadt gegeben. Ein Labrador hatte nach einem Kind geschnappt und dieses verletzt. Nachdem aber die Tierärztin keine Auffälligkeiten an dem Tier entdeckt habe, gestanden die beiden Jungen, dass sie mit der Wasserpistole auf den Hund geschossen hatten, berichtete Michael Kurth, Chef des bergischen Amtes, von den Aufgaben des Amtes. Seine Einheit tritt aber auch bei Tierseuchen auf den Plan, sei es bei der Blauzungenkrankheit bei Schafen, der Wildschweinepest oder vor Jahren die Vogelgrippe.

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Am neuen Standort gefällt es Michael Kurth gut. Er ist Verwaltungsfachmann, der sich mit verantwortlich zeichnete für das Projekt der gemeinsamen Feuerwehr-Leitstelle Solingen und Wuppertal, bei der vielleicht bald auch Remscheid mitmacht. Allerdings gibt es an der Dorper Straße einen Haken: Es fehlen Parkplätze, sowohl für die Beschäftigten als auch für Besucher. Wer eine Lebensmittelprobe oder ein totes Tier abgegeben will, um diese untersuchen zu lassen, soll keine weiten Wege in Kauf nehmen müssen. Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith sagte unbürokratische Hilfe zu.

Bei einem weiteren Problem ist Feith genauso machtlos wie seine Amtskollegen Beate Wilding und Peter Jung. Das Bergische Amt gilt als Solinger Behörde, die, wenn sie Daten aus Remscheid und Wuppertal benötigt, dort aus Gründen des Datenschutzes offizielle Anfragen stellen muss. Hier sehen die drei bergischen OBs das Land in der Pflicht, wohlwissend, dass das Thema Datenschutz Sache des Bundes ist. "Wir sind mit unserem Kooperationsgedanken dem Land weit voraus", gab Jung zu bedenken.

(RP)