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Solingen: Gedore baut Stellen ab

Solingen : Gedore baut Stellen ab

Der Remscheider Werkzeughersteller, zu dem auch das Solinger Unternehmen Rich. Abr. Herder an der Rathausstraße mit seinen rund 170 Beschäftigten zählt, sind Personalanpassungen geplant.

Die Remscheider Unternehmensgruppe Gedore, zu der auch das Solinger Unternehmen Richard Abr. Herder gehört, wird Stellen abbauen und in einzelnen Werken Kurzarbeit einführen. Das teilte der Werkzeughersteller in einer Presseerklärung mit. Laut IG Metall sind über alle deutschen Standorte 177 Arbeitsplätze im Gespräch — in Solingen rund 14. Die Gedore-Gruppe beschäftigt in insgesamt 13 Produktionsfirmen 3000 Mitarbeiter. Bei Herder an der Rathausstraße sind rund 170 Mitarbeiter beschäftigt.

Den Angaben der IG Metall widerspricht die geschäftsführende Gesellschafterin Karen Dowidat. "Wir befinden uns noch in Verhandlungen. Das Resultat ist nicht absehbar." Eine Zahl stehe noch nicht fest. Komme es zu einem Stellenabbau, werde dieser zum Großteil sozialverträglich erfolgen.

Hoher Kostendruck

Ein sich abzeichnender konjunktureller Abschwung, zunehmender internationaler Wettbewerb und der Druck, der von asiatischen Importen erzeugt wird, zwinge die Geschäftsführung zum Handeln, heißt es in der Pressemitteilung. Die Unternehmensgruppe müsse restrukturiert werden, um Produktivität und Effizienz der Betriebe zu steigern. Die Rede ist von einer "Zusammenlegung und Zentralisierung von Abläufen und Abteilungen". So wolle man dem Kostendruck begegnen.

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"Das ist eine Maßnahme, um sich für die Zukunft aufzustellen. Wir tun das, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten", betont Karen Dowidat. Daher befinde sich die Unternehmensleitung auch mit Beschäftigten in Gesprächen, um Arbeitsplätze beispielsweise über Altersteilzeit-Regelungen abzubauen. Es soll ein Sozialplan erarbeitet werden.

Die IG Metall, die in den kleineren Tochterunternehmen von Gedore die meisten Mitglieder hat, ist alarmiert. Sie stellt betroffenen Mitarbeitern einen Fachanwalt zur Seite und will eine Transfergesellschaft mit ins Boot holen. Der Herder-Betriebsrat in Solingen habe hier bereits einen Anwalt eingeschaltet. "Lange hat die Gerüchteküche gebrodelt, erst zu Beginn dieser Woche gab es nun konkretere Informationen", sagt Marko Röhrig, erster Bevollmächtigter der IG Metall.

Verhandlungen mit der Geschäftsführung habe es aber noch keine gegeben. Von daher sei noch alles offen. Röhrig hält in jedem Fall aber die frühzeitige Einrichtung einer Transfergesellschaft für erforderlich. Er spricht insgesamt von Managementfehlern, die nun aufgearbeitet werden müssten. Vor einiger Zeit hatte sich die Unternehmensleitung von einem Geschäftsführer getrennt. Karen Dowidat betont jedoch, dass die derzeitigen Schwierigkeiten im Markt begründet liegen. Die Trennung vom Geschäftsführer habe nichts damit zu tun.

Richard Abr. Herder gründete 1884 das Unternehmen, das anfangs insbesondere Messer und Scheren herstellte und seit 1887 diese Erzeugnisse unter dem "Karo-As" vertrieb. Mit der Zeit verlagerte sich indes das Produktionsprogramm von Schneidwaren auf Werkzeuge, vor allem Messinstrumente.

Der Durchbruch hierfür kam in den 1950er Jahren mit dem Dremometer, den ersten automatischen Drehmomentschlüssel mit Leichtmetall-Aluminium-Gehäuse, der seit Mitte der 1960er Jahre in Serie ging und kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Seine Genauigkeit und Stärke wurde zwar oft kopiert, aber nie erreicht.

(RP/ac)