Schwerpunkt Brandanschlag-Gedenken: Gedenktag-Vorbereitungen auf allen Ebenen

Schwerpunkt Brandanschlag-Gedenken: Gedenktag-Vorbereitungen auf allen Ebenen

Die Nervosität in den Behörden und Amtsstuben steigt: Am 29. Mai jährt sich der Brandschlag zum 25. Mal. Die Gedenkveranstaltung, zu der sich hohe Politiker aus der Türkei und aus Deutschland angekündigt haben, hat in den vergangenen Tagen deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Insbesondere die Rede des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu wird mit Spannung erwartet. "Wir bereiten uns fortlaufend auf diesen Tag vor", sagt Polizeisprecher Stefan Weiand.

Bislang lägen der Polizei keine Erkenntnisse vor, dass es zu Krawallen kommen wird. "Das ist aber keine Garantie dafür, dass es nicht doch dazu kommt", ergänzt der Polizeisprecher. Entsprechend werde sich die Polizei vorbereiten. Aus dem Innenministerium in Düsseldorf heißt es, dass Polizeikräfte aus dem ganzen Land zur Verfügung stünden, "falls die Wuppertaler Polizei Verstärkung anfordern sollte". In Polizeikreisen geht man davon aus, dass am Jahrestag auf jeden Fall zusätzliche Einsatzkräfte nach Solingen geschickt werden.

Der Jugendstadtrat und die Bezirksschülervertretung organisieren am Gedenktag einen Sternmarsch für Demokratie und Völkerverständigung. Dessen Start wurde nun um eine Stunde vorverlegt: Statt um 13 Uhr sollen die Schüler bereits um 12 Uhr vom Südpark und dem Rathausvorplatz losziehen und zum Neumarkt marschieren. Der frühere Start erfolge auf Bitten der Sicherheitskräfte, berichtete Jugenddezernentin Dagmar Becker im Jugendhilfeausschuss. Denn diese müssten rechtzeitig zum Start der Gedenkfeier am Mildred-Scheel-Berufskolleg sein. An der Schule findet laut Becker am 29. Mai kein Unterricht statt. Auch in der benachbarten städtischen Kindertagesstätte Altenberger Weg laufe der Betrieb eingeschränkt, weil die Parkflächen benötigt würden. Es sollen Notplätze für die betreuten Kinder in anderen Kitas angeboten werden.

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Für die Teilnahme am Sternmarsch können sich die Schüler rechtzeitig zum Start am Mittag vom Unterricht befreien lassen. "Das ist mit dem Sprecherrat der Schulleiter abgesprochen worden", berichtete Finn Grimsehl-Schmitz vom Jugendstadtrat. Anträge auf Beurlaubung müssen wegen der Pfingstferien bis zum 20. Mai bei den Schulleitungen abgegeben werden.

(stp / kris / pm)