Solingen: Gebete vereinen Religionen in der Stadtkirche

Solingen: Gebete vereinen Religionen in der Stadtkirche

Während Imame, Rabbiner und Priester vor den Altar traten, schauten die Besucher gemeinsam in die mehrsprachig verfassten Gebetbücher. Denn die Gäste waren gestern Abend in so großer Zahl zum "interreligiösen Gebet" in die evangelische Stadtkirche am Fronhof gekommen, dass die Exemplare nicht ausreichten.

Wie unterschiedlich die einzelnen Gebete auch waren - sie sollten Einigkeit über Glaubensgrenzen hinweg demonstrieren. "Wir engagieren uns gemeinsam für eine offene Gesellschaft, und wir wehren uns dagegen, dass Menschen ihrer Religion wegen ausgegrenzt werden", bekräftigte Superintendentin Dr. Ilka Werner. Am Ende stand der Händedruck der Besucher untereinander als Zeichen des Friedens. Passend zum Anlass verlieh das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage im Anschluss einmal mehr den "Silbernen Schuh": Den nahm diesmal Dr. Christoph Zenses entgegen.

Der Solinger Arzt gründete unter anderem das MediMobil, das sozial Benachteiligte mit niederschwelliger medizinischer Hilfe versorgt, sowie die "Praxis ohne Grenzen" für Menschen ohne Krankenversicherung. Tim Kurzbach würdigte den gerührten Preisträger in seiner Laudatio als "großen Solinger". Zenses selbst dankte unter anderem seinen Mitstreitern vom Ärztenetzwerk Solimed und kündigte an: "Wir werden unseren Weg weitergehen."

  • Auszeichnung : Christoph Zenses erhält den "Silbernen Schuh"

Einigkeit demonstrierten die Teilnehmer auch nach Einbruch der Dunkelheit: Im Bürgersaal und in Zelten auf dem Fronhof nahmen sie unabhängig von ihrer Religion die muslimische "Iftar"-Mahlzeit ein.

(ied)
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