Gastronomie in Solingen „La Bufalina“ bringt Kulturerbe auf den Teller

Solingen · In der Pizzeria „La Bufalina“ in der Ohligser Fußgängerzone haben sich Angelo und Eros Vista auf die original neapolitanische Pizza spezialisiert.

 Inhaber Angelo Vista (2.v.l.) und Geschäftsführer Eros Vista können in ihrem kleinen „La Bufalina“-Team auf die Zubereitungskünste von den Pizzabäckern Ciro und Andrea zählen.

Inhaber Angelo Vista (2.v.l.) und Geschäftsführer Eros Vista können in ihrem kleinen „La Bufalina“-Team auf die Zubereitungskünste von den Pizzabäckern Ciro und Andrea zählen.

Foto: Peter Meuter

Die in der Sonne leuchtenden Häuser Positanos, die sich malerisch an den Steilhang anschmiegen, ein Segelboot, das auf dem azurblauen Meer vor Neapel treibt – Motive wie diese auf Blechschildern an der Wand deuten auf die kampanische Heimat der Restaurantbetreiber hin: Angelo Vista, Geschäftsführer von „La Bufalina“, sowie sein Bruder und Mitstreiter Eros sind gebürtige Neapolitaner – ebenso wie Pizzabäcker Ciro und Unterstützer Andrea. Und sie haben sich der wohl berühmtesten kulinarischen Spezialität ihres Herkunftsortes verschrieben: der Pizza Napoletana, deren Herstellungskunst die Unesco seit 2017 sogar als „immaterielles Weltkulturerbe“ führt.

„Wir haben vor längerer Zeit  festgestellt, dass die neapolitanische Pizza schon noch eine Art Marktnische ist“, erzählt Eros Vista. Die Brüder stammen aus einer Gastronomenfamilie. Nach Jahren mit einem Lieferdienst an der Kronprinzenstraße sei der Wunsch gereift, ein richtiges Restaurant zu betreiben, erklären die beiden. Das Ladenlokal an der Düsseldorfer Straße, in dem zuletzt der „Eisbär“ beheimatet gewesen war, sei ihnen eher zufällig beim Spazierengehen aufgefallen.

Und dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Im August begannen Umbauarbeiten. Der längliche Raum bekam eine neue Theke seitlich zum Eingang. Die Technik wurde erneuert. Die Wände aus rustikalem, unverputztem Klinkerstein übernahmen die Restaurant-Betreiber von ihren Vorgängern. Im hinteren Teil des Gastraumes ermöglicht ein Durchbruch nun den Blick in die Küche und auf den markanten, bronzefarbenen Ofen. „Diesen Platz mögen viele Gäste besonders gern, weil sie so zuschauen können, wie ihre Pizza entsteht“, sagt Eros Vista.

Überhaupt sei der Andrang zuletzt erfreulich gewesen: „Zum Auftakt am 20. Oktober warteten die Leute in der Schlange auf ihren Tisch“, berichten die Brüder – und das, obwohl die Baustelle an der Düsseldorfer Straße inzwischen direkt vor der Eingangstüre zum Ladenlokal angekommen ist. „Wir haben trotzdem eine gute Laufkundschaft“, sagt Angelo Vista. Ungefähr 20 Prozent der Gäste kämen übrigens zum Abholen ins Lokal.

„Wir sind eine Pizzeria und Friggitoria“, betont Eros Vista. Deswegen verzichte man auf Nudeln oder Salate. Auf der Speisekarte stehen frittierte Vorspeisen, Focaccia, einige Desserts – und natürlich die Pizzen, die es auf Wunsch auch mit Ricotta im gewölbten Rand gibt. Zu den beliebtesten zählt laut Eros Vista die „Pistacchio“ mit Fior di Latte Mozzarella, Pistaziencreme, gehackten Pistazien, Mortadella, Stracciatella-Käse, Pecorino Romano und Basilikum. Der Restaurant-Name „La Bufalina“ spielt auf den gerne verwendeten Büffelmozzarella an.

Aber was macht nun eigentlich eine richtige Pizza Napoletana aus? Angelo Vista erklärt: „Es geht los mit dem Teig.“ Der müsse 48 Stunden lang gehen. Der Backvorgang im Ofen bei stattlichen 465 bis 485 Grad dauere weniger als 90 Sekunden. Dann sei der Teig innen fluffig, außen knusprig, sagt der Gastronom – und demonstriert am duftenden Endprodukt eine weitere Besonderheit: das typische „Leopardenmuster“, das kleine dunkle Bläschen auf dem gehobenen Rand der Pizza bilden.

Rund 25 Sitzplätze gibt es im Innenraum des kleinen Restaurants an Tischen, vier an der Theke. Wenn die Arbeiten in der Fußgängerzone abgeschlossen sind – und das Wetter in Ohligs wieder ein bisschen neapolitanischer anmutet – wollen die Betreiber auch draußen ihre Gäste bewirten.

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