Solingen: Ganztägiger Streik in zwei Betrieben

Solingen: Ganztägiger Streik in zwei Betrieben

Der Arbeitgeberverband verurteilt die Warnstreiks als unnötige Eskalation und schädlich für die Unternehmen der Region. In Solingen werden heute Mitarbeiter der Räderhersteller Kronprinz und Borbet ihre Arbeit niederlegen.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie stehen die Zeichen derzeit auf Sturm. Mit 24-stündigen Tagesstreiks erhöht die IG Metall nun den Druck auf die Arbeitgeber. Am heutigen Donnerstag beteiligen sich an diesen Warnstreiks auch die Mitarbeiter der Räderhersteller Kronprinz und Borbet an der Weyerstraße. Sie wurden von der IG Metall aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Gestern waren bereits die Beschäftigten von Mannesmann Stainless Tubes aus Remscheid und die KSM Castings Group aus Radevormwald aus dem Bezirk der IG Metall Remscheid-Solingen zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen worden. "Diese ganztägigen Warnstreiks sind die Antwort auf das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber", sagt Marko Röhrig, Geschäftsführer der IG Metall Remscheid-Solingen.

Die Arbeitgeber haben bislang zwei Prozent mehr Lohn ab April für 15 Monate und eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro angeboten. "Das ist keine Wertschätzung für den großen Einsatz der Beschäftigten in der Branche, sondern eine Provokation", findet Röhrig. Die Forderung der IG Metall liegt bei sechs Prozent mehr Lohn.

Bei den arbeitszeitpolitischen Forderungen liegen die Tarifpartner ebenfalls weit auseinander. Die Gewerkschaft fordert hier einem Entgeltzuschuss bei Arbeitszeitverkürzung (28 Stunden) wegen Kindererziehung, Pflege oder belastenden Arbeitszeiten. Die Arbeitgeber wollen längere Arbeitszeiten vereinbaren. Eine Lösung des Tarifkonflikts ist derzeit nicht in Sicht.

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"Das wird noch ein harter Weg", sagt der Vorsitzende des Solinger Arbeitsgeberverbandes, Horst Gabriel. Er sitzt in Nordrhein-Westfalen mit am Verhandlungstisch. Für ihn ist klar: "Die Warnstreiks sind völliger Blödsinn und überflüssig. Am Verhandlungstisch muss eine Lösung gefunden werden", sagt Horst Gabriel. Der Arbeitgeberverband Solingen verurteilt die Warnstreiks insgesamt "als unnötig eskalierend und schädlich für die direkt und indirekt betroffenen Unternehmen der Region". Es sei kaum zu beziffern, welcher Schaden hierdurch entstünde: "Die Schädigung geht weit über den Streiktag hinaus. Unsere Metallindustrie steht für Qualität und auch für Zuverlässigkeit und Vertragstreue. Dieser hart erarbeitete gute Ruf steht ebenfalls auf dem Spiel", betonte gestern der Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Klaus-Peter Starke. Die Produktionsausfälle würden den Betrieben und Belegschaften schaden und Kundenbeziehungen zerstören.

Ausgemachte Sache der Tarifpartner ist es, dass in Baden-Württemberg ein Ergebnis erzielt werden soll, das dann auf die anderen Gebiete übertragen wird. Voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschafter wieder an einen Tisch setzen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die IG Metall zu Warnstreiks im Bergischen aufgerufen. Auf dem Graf-Wilhelm-Platz in der Stadtmitte kamen Beschäftigte aus Solingen, Remscheid, Radevormwald, Wermelskirchen, Hückeswagen, Haan und Hilden zu einer zentralen Kundgebung zusammen. Nach Angaben der Gewerkschaft hatten während des mehrstündigen Warnstreiks rund 4000 Mitarbeiter aus Unternehmen in der Region die Arbeit niedergelegt.

(RP)