Solingen: Galileum ist einmalig

Solingen: Galileum ist einmalig

Dr. Frank Lungenstraß ist inzwischen sicher, dass das neue Galieum einmalig sein wird, da es in einem alten Gaskugelbehälter entstehen wird. NRW-Finanzminister Walter-Borjans saht sich das Projekt gestern an.

Auch wenn Dr. Frank Lungenstraß inzwischen sicher ist, dass eine Sternwarte in einem ausgedienten Gaskugelbehälter einmalig nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt ist, so bedarf es doch ein wenig mehr, um den NRW-Finanzminister zu überzeugen. Und so wollte Norbert Walter-Borjans (SPD) gestern bei seinem Besuch in Solingen wissen, an welche Zielgruppe sich das Planetarium wendet und mit wie vielen Besuchern zu rechnen sei.

Frank Lungenstraß schilderte es realistisch: 50 Prozent sind Schulklassen, die übrigen 50 Prozent Familien; derzeit kommen in die Sternwarte an der Sternstraße in Wald pro Jahr 5000 bis 6000 Besucher, im neuen Galileum an der Tunnelstraße in Ohligs, so meint Lungenstraß, müssten es schon 25 000 bis 30 000 sein, lieber mehr. Für das knapp fünf Millionen Euro schwere Projekt rechnet die Sternwarte mit rund 80 Prozent Landesfinanzierung, unter anderem aus dem Städtebauförderprogramm "Initiative ergreifen". "In 14 Tagen wird darüber erstmals beraten", sagte Frank Lungenstraß, der sehr zuversichtlich ist, dass das Projekt, für das sich auch schon Sponsoren gefunden haben, eines Tages realisiert wird.

Ein Projekt der Region

  • Solingen : Frank Lungenstraß wird Vize bei Volkshochschule

Dabei soll das neue Galileum, das fußläufig vom Hauptbahnhof zu erreichen ist, nicht nur ein Solinger Projekt werden, sondern eines der Region wie das Röntgenmuseum in Remscheid und die Junioruniversität in Wuppertal.

Bei einem anschließenden Zusammentreffen von Walter-Borjans mit den beiden Solinger SPD-Landtagskandidaten Iris Preuß-Buchholz und Josef Neumann im Restaurant Mykonos an der Bonner Straße ging der Minister auch auf allgemeine Finanzfragen der Städte in NRW ein. Wohin das totale Wegbrechen der Sicherheitssysteme in den Städten aus Finanzmangel führe, habe sich jetzt in Brüssel erschreckend gezeigt, wo ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe totgeprügelt wurde, als er einen Busfahrer vor einem aufgebrachten Freund eines Unfallgegners schützen wollte.

Ob Solingen aus dem Stärkungspaket II des Landes Geld erwarten kann , darüber muss die am 13. Mai neu gewählte Landesregierung entscheiden. Walter Borjans, der gute Chancen für einen Wahlsieg sieht, sagt aber auch klar: "Wenn der Bund finanziell nicht mit ins Boot kommt, haben wir Probleme". Der Minister versteht gut die Verärgerung, wenn Städte mit eisernem Sparprogramm bei der Förderung leer ausgehen.

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE