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Solingen: Gagfah-Häuser wieder verkauft

Solingen : Gagfah-Häuser wieder verkauft

Nachdem die Häuser in der Hasseldelle, an der Haaner Straße und am Ubierweg erst im vergangenen Jahr von der Gagfah an die Residential verkauft wurden, gibt es seit dem 1. Januar wieder einen neuen Eigentümer.

Als die Gagfah es im Mai vergangenen Jahres öffentlich machte, dass sie ihre Wohnungen in der Hasseldelle, an der Haaner Straße und am Ubierweg an die Residential /Grand City verkauft hat, wurde immer wieder betont, es handele sich bei dem Käufer aus Berlin nicht um eine Heuschrecke.

Dennoch hat die Residential ihren Immobilienbesitz in der Klingenstadt nach nicht mal einem Jahr bereits wieder abgestoßen. Neue Eigentümerin ist die "d.i.i. Deutsche Investment Immobilien 3. Wohnen B GmbH" mit Sitz in Gräfelfing bei München.

Eine Entwicklung, die der Mieterbund mit Sorge betrachtet. "Obwohl die Vertreter der Residential nach dem Kauf 2011 erklärten, dass sie keine Heuschrecken seien, haben sie jetzt zumindest den Mietern am Ubierweg einen Schrecken verpasst", weiß Mieterbund-Geschäftsführerin Gerlinde Rothlübbers. Die Bewohner der Häuser Ubierweg 8-20, 5,7, 13, 15 und 17 wurden durch die "Gebau Vermögen GmbH Gesellschaft für Immobilienmanagement" von dem Besitzerwechsel in Kenntnis gesetzt.

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Gerlinde Rothlübbers fürchtet, dass sich damit der Trend fortsetzt, Immobilien in großem Stil aufzukaufen und sich dann nicht darum zu kümmern. "Soll die Stadt abwarten, bis der letzte Investor eine Ruine hinterlässt oder selbst aktiv werden?" fragt sich die Geschäftsführerin.

Ratten werden angelockt

Immer wieder beschäftigt sie sich mit den Klagen der Mieter in den ehemaligen Gagfah-Häusern. Erst Ende Januar ist in der Hasseldelle mal wieder über ein ganzes Wochenende die Heizung ausgefallen. Auch am Ubierweg klagen die Mieter über den Zustand der Wohnungen. Dem Mieterverein liegt eine umfangreiche Unterschriftenliste vor, mit der sich die Bewohner dagegen wehren. Der ungepflegte Zustand locke schon Ratten an, heißt es in dem Schreiben der Mieter. Vor Ort ist meistens niemand, der sich der Probleme und Sorgen der Mieter annimmt.

Eine fatale Tendenz, wie Gerlinde Rothlübbers findet. "Der Trend zum Verkauf von Mietwohnungen in Solingen an anonyme, jedenfalls nicht heimische Großunternehmen steigt." Es müsse verhindert werden, dass weltweit operierende Kapitalgesellschaften nur absahnen und sich der Stadt und der Stadtentwicklung nicht verpflichtet fühlen. Abgewirtschaftete Siedlungen, so Rothlübbers, wären dem Image und der Wirtschaft Solingens nicht förderlich und würden junge Familien abschrecken.

Mieter geben Hoffnung nicht auf

Für die Bewohner der Siedlungen wird sich zunächst nichts ändern, die letzte Mieterhöhung war erst im vergangenen Jahr. Die Mieter, deren Vermieter jetzt ein "Integriertes Immobilienunternehmen mit dem Ziel der wertsteigernden Investition in den deutschen Immobilienmarkt" (Firmenwerbung) ist, hoffen nun, dass sich etwas verbessert. Schlechter, als bei der Gagfah, so hatten viele bei der ersten Übernahme schon gesagt, könne es ohnehin nicht werden.

(RP/rl)