Solingen: Fußball liegt bei den Kampls in der Familie

Solingen: Fußball liegt bei den Kampls in der Familie

Kevin Kampl ist eng mit Solingen verbunden. Wie seine Brüder schnürte der Neu-Dortmunder beim VfB Solingen die Fußballschuhe.

Im Weihnachtsurlaub heißt es Kraft tanken für neue Aufgaben: Bevor Kevin Kampl sich nach dem Jahreswechsel bei seinem künftigen Arbeitgeber Borussia Dortmund auf die Bundesliga-Rückrunde vorbereitet, verbringt der Familienmensch in Solingen viel Zeit mit seinen Eltern und Brüdern und trifft Freunde aus frühen Kindertagen. "Er kommt oft zu uns, aber wir haben ihn auch an seinen Stationen immer wieder besucht", erzählt sein ältester Bruder Seki und verrät: "In Salzburg wohnte Kevin nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt."

Stolz begleitete die einst aus Slowenien eingewanderte Familie den Werdegang des jüngsten Sprosses, der schon in der F- und E-Jugend Torjägerkanonen einheimste. Vom Baverter Sportplatz führte die Reise des heute 24-Jährigen über Leverkusen, Fürth, Osnabrück und Aalen bis zum österreichischen Klassenprimus Red Bull Salzburg. "Ich ziehe alle Hüte davor, wie zielstrebig er immer gewesen ist", sagt Seki. 14 Mal war der zweisprachig aufgewachsene Kevin Kampl inzwischen für die slowenische Nationalmannschaft im Einsatz. Mit seiner Länderspiel-Erfahrung ist er in der Familie jedoch nicht allein: Sein Vater Josef hatte vor der Unabhängigkeit der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik in einer slowenischen Junioren-Auswahl das Tor gehütet.

  • Porträt : Das ist Kevin Kampl

Überhaupt verbindet die Leidenschaft für Fußball bei den Kampls Generationen: Der inzwischen 40-jährige Seki war viele Jahre beim VfB Solingen aktiv. Der andere Bruder Denis (37) streifte zudem auch das Trikot von Union Solingen und des FC Remscheid über, ehe er als Trainer zum Heimatverein VfB zurückkehrte. Und auch der Nachwuchs ist schon fleißig am Ball. Sekis fünfjähriger Sohn spielt bei der 1. Sport-Vereinigung Wald 03 - genau wie einer von Denis' drei Söhnen, denen bald ein vierter folgt. "Es ist schön, wenn es im Verein so familiär zugeht", sagt Seki, der die sportliche Entwicklung seines Sprosses entspannt sieht: "Das Wichtigste ist, dass er Spaß dran hat, alles andere werden wir mal sehen."

Freude an der Sache - das sei auch für Kevin immer stärker gewesen als Lampenfieber: "Ich war immer nervös, wenn ich vor einigen hundert Leuten gespielt habe", gesteht Seki. "Kevin macht es umso mehr Spaß, je mehr Leute zuschauen." Dass sein Bruder beim BVB anheuert, während dieser auf einem Abstiegsplatz überwintert, sieht Seki nicht unbedingt als schwere Bürde: "Jetzt wird er dort erst recht seine Chance bekommen." Natürlich habe es an den Feiertagen auch andere Gesprächsthemen im Familienkreis gegeben als Fußball. Nach dem vielen Rummel um den Wechsel zu Beginn der Winterpause sei Kevin womöglich froh gewesen, einmal nicht nur über seinen Beruf zu sprechen, mutmaßt Seki. Ganz ausklammern konnten die Kampls ihr "Thema Nummer Eins" jedoch auch in der besinnlichen Zeit nicht, verrät der 40-Jährige: "So ist das eben bei uns in der Familie".

(ied)
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