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Solingen: Für Ankauf spenden

Solingen : Für Ankauf spenden

Der Solinger Galerist und Künstler Dirk Balke hat eine Spendenaktion gestartet, damit das Kunstmuseum das Bild "Müngstener Eisenbahnbrücke" des Berliner Malers Christopher Lehmpfuhl ankaufen kann.

Es war eine eindringliche und nachhaltige Begegnung, als der Galerist und Künstler Dirk Balke (Werftart / Galerie "Art-Eck") im März auf der Art Karlsruhe am Stand der Galerie Ludorff auf ein Bild der Müngstener Brücke stieß. Als gebürtiger Solinger ist ihm das Motiv natürlich bekannt. "Das Bild fiel mir sofort ins Auge", erzählt er. "Ich fand die pastöse Malweise sensationell." Gemalt hat das Bild, das den Titel "Müngstener Eisenbahnbrücke" trägt, der Berliner Künstler Christopher Lehmpfuhl (40), der seine Werke vor Ort malt. Er reist durch die Lande und packt seine Leinwand und Farben dort aus, wo er ein interessantes Motiv erblickt. So stand er 2010 auch im Müngstener Brückenpark und malte dort das 1,40 x 2 Meter große Werk. Das Bild ließ Dirk Balke nicht mehr los: "In mir reifte der Gedanke: das Bild muss in unser Kunstmuseum." Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch zeigte sich ebenfalls von dem Werk begeistert. "Die Qualität des Bildes ist das erste Kriterium, warum es sehr gut ins Kunstmuseum passt", betont er. Als zweites Kriterium er-fülle es den Auftrag des Museums, junge Kunst zu präsentieren.

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Um das mit 20 000 Euro veranschlagte Kunstwerk erwerben zu können, fehlen dem Kunstmuseum die Mittel. Was also tun? Da hatte Dirk Balke die Idee, eine Sammelaktion zu starten. "Ich bitte die Solinger Bürger, dabei mitzuwirken, dieses Bild nach Solingen zu holen", sagt er. Dafür richtete er ein Spendenkonto ein und nahm auch Kontakt mit der Düsseldorfer Galerie Ludorff auf. Diese unterstützt die Aktion gerne. "Wir wollen gemeinsam mit dem Künstler dem Museum preislich entgegenkommen", versicherte Manuel Ludorff. Und nicht nur das. Damit sich Bürger, die für den Erwerb des Werkes spenden möchten, ein eigenes Bild machen können, stellt die Galerie Ludorff die "Müngstener Eisenbahnbrücke" dem Kunstmuseum für die Dauer der Aktion zur Verfügung. Wer nur das Lehmpfuhl-Bild sehen möchte, kann das ab sofort eintrittsfrei tun.

Mit den Händen gemalt

Das Bild ist in jedem Fall ein Erlebnis. Betrachtet man es aus der Ferne, so erschließt sich das Motiv in leicht abstrakter Weise. Geht man jedoch nah heran, erkennt man schroffe Farbberge und -täler, die der Künstler durch die ungewöhnliche Technik, mit behandschuhten Händen zu arbeiten, entstehen ließ. "Die Farbe wird wuchtig aufgetragen", sagt auch Jessewitsch, "der Künstler benutzt sie als plastisches Material." Christopher Lehmpfuhls Werke, die unter anderem im Deutschen Bundestag und dem Kölner Stadtmuseum hängen, haben sich in der Kunstszene bereits durchgesetzt. Sein Bild wäre für Solingen und die Sammlung des Kunstmuseums ein Gewinn.

(RP)