Solingen: Führerschein nicht begrenzen

Solingen : Führerschein nicht begrenzen

Kölner Forscher haben vorgeschlagen, älteren Menschen, die im Straßenverkehr auffällig geworden sind, eine regional begrenzte Fahrerlaubnis auszustellen. Morgenpost-Redakteurin Susanne Genath sprach darüber mit Fahrlehrer Jürgen Wolf.

Was halten Sie von der Idee?

Wolf Sie ist Quatsch. Wie soll man das denn kontrollieren? Indem man die Wagen irgendwie kennzeichnet? Ich glaube nicht, dass das umsetzbar ist.

Was wäre Ihrer Meinung nach sinnvoller?

Wolf Seminare für ältere Leute anzubieten, damit sie schon mal auf jeden Fall bei der Theorie auf dem neuesten Stand sind. Das ist nämlich häufig ein Problem. Gegebenenfalls wären auch zusätzliche Fahrstunden nützlich.

Was sind denn häufige Probleme älterer Autofahrer?

Wolf Zunächst einmal muss man sagen, dass nicht alle älteren Menschen schlecht fahren. Viele sind fit und fahren korrekt Auto. Die Schwierigkeiten entstehen vor allem bei Leuten, die körperlich nicht mehr so fit sind. Wer zum Beispiel nicht mehr richtig den Kopf drehen kann, kann meist auch den Verkehr nicht mehr richtig beobachten. Dadurch können schnell Unfälle beim Abbiegen und beim Beachten von Vorfahrten passieren. Außerdem fährt ein Teil der Älteren zu langsam und behindert so den Verkehr.

Mussten bei Ihnen schon Senioren zur Fahrprobe?

Wolf Ja, aber nicht viele. Denn das Straßenverkehrsamt kann erst einschreiten, wenn ein älterer Mensch den Ordnungsbehörden im Straßenverkehr zum Beispiel durch einen Unfall aufgefallen ist. Für eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit reichen keine Aussagen von Zeugen, denen ein Autofahrer als Gefahr aufgefallen ist. Diejenigen, die bei mir zur Fahrprobe waren, haben ihre regelmäßigen Strecken zum Einkaufen oder zum Friedhof meist annehmbar bewältigt. Zum Teil gravierende Schwächen machten sich jedoch bemerkbar, als sie andere Strecken fahren sollten.

Wie sollten sich Menschen, denen das Fahren schwerer fällt, verhalten?

Wolf Die Einsicht ist das Wichtigste. Solche Senioren sollten besser den Führerschein abgeben. Für das Geld, das sie durch das Abschaffen von Auto, Benzin und Garage einsparen, können sie sich locker auch mal ein Taxi leisten.

(RP)
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