1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Friseur in Corona-Lockdown: Demo in Solingen gegen Berufsverbot

Corona-Pandemie : Frisöre demonstrieren in Solingen gegen Berufsverbot im Lockdown

Unter dem Motto „Wir machen schön, nicht krank“ machten rund 120 Frisöre in der Solinger Innenstadt auf ihre prekäre wirtschaftliche Situation im Lockdown aufmerksam.

Die rund 120 Teilnehmer der angemeldeten Demonstration hatten sich fast allesamt schwarz gekleidet und Stühle zum Teil aus ihren seit Mitte Dezember geschlossenen Salons mitgebracht. So protestierten sie und forderten schnelle staatliche Hilfen.

„Der Staat hat unserer Branche kaum geholfen und lässt uns nun im Ungewissen, wann wir endlich wieder aufmachen können“, sagte beispielsweise die Friseurmeisterin Melanie Tillert. Die 39-Jährige hat in der Stadt einen Friseursalon samt Fußpflege-Bereich. „Es geht um unsere Existenzen“, sagte sie.

Seit Mitte Dezember sind alle Friseursalons in Deutschland als Corona-Schutzmaßnahme geschlossen. „Wir hoffen, dass wir Mitte Februar wieder aufmachen können – damit wir wieder unserer Rechnungen bezahlen können und auf niemanden angewiesen sind“, sagte Tillert. Im Gesamtjahr 2020 habe ihr Geschäft einen Umsatzeinbruch von etwa einem Drittel hinnehmen müssen. Von ihren acht Bedienplätzen konnte sie wegen Hygienemaßnahmen und Mindestabstand nach eigenen Angaben nur vier weiterführen.

Das Motto der Demo lautete „Wir machen schön, nicht krank“. Auf den zahlreichen unterschiedlichen Plakaten standen Slogans wie „Stoppt das Friseursterben“ oder „Ich liebe meinen Beruf“. Andere Demonstranten trugen ebenfalls schwarz als Zeichen der Trauer und der tiefen Besorgnis. „Schaffen wir das ??? – Steuerzahlende Friseure in Not“, stand etwa auf einem weiteren Transparent.

(gra/dpa)