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Solingen: Friedensbaum im Bärenloch zerstört

Solingen : Friedensbaum im Bärenloch zerstört

Er sollte ein Symbol des Friedens sein und auch an die Opfer des Brandanschlages auf das Haus der Familie Genc erinnern, der Baum, den Jugendliche im Mai vergangenen Jahres im Bärenloch pflanzten. Jetzt ist er von unbekannten Tätern gewaltsam entfernt worden.

Der schon über zehn Zentimeter dicke Stamm zersplitterte regelrecht, im Boden sind nur noch die Wurzeln.

Ursula Dörpinghaus, die das Projekt mit Jugendlichen der AG "Weiße Rose" der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und der AG "Heimat Europa" leitete, war schockiert, als sie in diesen Tagen sah, was mit dem Baum, den Oberbürgermeister Norbert Feith stiftete, passiert war. "Auch die Jugendlichen, die in diesen Tagen ins Bärenloch gingen, um nach ihrem Baum zu sehen, sind fassungslos", berichtet die Projektleiterin.

Zum Brandanschlag und zur Europa-Woche hatten die Jugendlichen sich auch bereiterklärt, das Gelände an der Gedenkstelle Untere Wernerstraße zu säubern. Dort, wo fünf Kastanien an die fünf getöteten Frauen des Brandanschlages erinnern, war kurz zuvor einer der Bäume abgesägt worden. Er ist inzwischen ersetzt worden.

Der kleine Apfelbaum im Bärenloch, so wünschten sich vor einem Jahr die Schüler, möge als Zeichen für ein großes Ziel, den Frieden, stehen.

Jugendliche sehr enttäuscht

"Diese Hoffnung geht jetzt dahin", fürchtet Ursula Dörpinghaus. Sie findet es schade, dass die Jugendlichen jetzt so enttäuscht worden sind. Ob es eine neue Aktion geben wird, steht indes in den Sternen, denn dafür müssten einmal mehr Geldgeber gefunden werden. Der im vergangenen Jahr gepflanzte Apfelbaum hat es nicht einmal geschafft, die ersten Früchte anzusetzen. Ursula Dörpinghaus geht von einer gezielten Aktion aus, bei der die Täter auch die Holzstützen mitgenommen haben.

(RP)