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Solingen: Freud und Leid im Coppelpark

Solingen : Freud und Leid im Coppelpark

Im Moment liegen Freud und Leid nahe beieinander im Coppelpark. Gerade noch freuten sich die Aktiven über die "Baumkunst", die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Gerberstraße mit der Kunstpädagogin Beate Geca und Bettina Stöcker von der Jugendförderung an den ehrwürdigen alten Bäumen aufgehängt hatten, da richtete in der vergangenen Woche das Unwetter, das über Solingen zog, schwere Schäden an.

"Der Blitz ist in zwei Bäume eingeschlagen, drei Wege wurden komplett unterspült und mussten teilweise gesperrt werden", sagt Gudrun Bräuer, die Vorsitzende des Vereins Lebenswertes Solingen, der den Coppelpark pflegt und derzeit lediglich auf zehn Aktive zurückgreifen kann für das viel genutzte Areal zwischen Wupperstraße und Hippergrund. Doch immer wieder kommen auch neue Helfer hinzu, und wenn es nur vorübergehend ist. "Die Tiefbaufirma Lorenz hat uns einmal mehr sehr geholfen", sagt Gudrun Bräuer, "und am Wochenende kam ein neuer Helfer, der ausgebildeter Gartenbauer ist und uns künftig bei Bedarf ebenfalls unterstützen will, der hatte über unsere Aktionen auf facebook erfahren."

Bewährt haben sich Auffangbecken und Rinnen im Bereich Hippergrund. Hier werden bei Starkregen die Wassermassen, die sich in der Senke sammeln, gezielt in den Städtgesmühler Bach abgeleitet. Auch beim jüngsten Unwetter in der vergangenen Woche wurden größere Überschwemmungen verhindert.

Eine der vielen Aktionen des Vereins Lebenswertes Solingen ist die Vermittlung von Bankpatenschaften, ein Projekt, mit dem der Verein zu den 16 Landessiegern des bundesweiten Wettbewerbs "der ideale Ort" gehörte. Für 250 Euro kann die Patenschaft über eine der bunten, künstlerisch gestalteten Parkbänke übernommen werden. 16 Bankpaten gibt es schon, 14 Bänke warten noch auf einen neuen Paten. Doch auch bei den Bänken gibt es nicht immer nur Gutes zu berichten. So werden die hübschen Sitzmöbel immer wieder mutwillig zerstört, müssen von Vereinsmitgliedern wieder hergerichtet werden. Auch im Moment stehen nicht alle Bänke, die einen Paten haben, im Coppelpark an ihrem Platz. "Fünf Bänke sind beschädigt, zwei wurden komplett zerstört", berichtet die Vorsitzende. Auch die anstatt wuchernder Brombeeren und Knöterich gepflanzten Lavendelsträucher wurden zum Teil herausgerissen und in den Teich auf dem Parkgelände geworfen, wie Gudrun Bräuer berichtet, die zusammen mit Uschi Lauterjung den Vereinsvorstand bildet.

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Bei allen Rückschlägen lassen sich die Vereinsmitglieder nicht entmutigen und arbeiten weiter dafür, dass der Coppelpark, den sich die Stadt nicht mehr hatte leisten können, für die Solinger als Naherholungsgebiet erhalten bleibt. Ob nun jeden Donnerstag ab 17 Uhr und jeden Sonntagmorgen ab 11 Uhr zum Schönwetter-Boule oder zum Betrachten der Parkkunst in Form der Bänke und neuerdings auch der Kunst in den Bäumen, die Solinger mögen ihren Coppelpark. Die Aktiven von Lebenswertes Solingen lassen nicht locker in der Werbung um Mitstreiter. "Bis Ende August wollen wir den Park noch einmal richtig aufhübschen, denn wir nehmen bereits am nächsten Wettbewerb um ,Die schönste Straße Deutschlands' teil, zu dem das Netzwerk Nachbarschaft aufrief", sagt Gudrun Bräuer.

(RP)