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Solingen: Freizeitpark verzögert sich weiter

Solingen : Freizeitpark verzögert sich weiter

Frühestens 2016 geht es mit dem Projekt auf dem Gelände des alten Freibades Aufderhöhe weiter. Noch immer drohen Anwohner-Klagen. Und die Stadt will den Bebauungsplan samt Lärmschutz erst "wasserdicht" haben.

Die erste Ernte hat Manfred Heim längst eingefahren. Auf dem Gelände des alten Aufderhöher Freibades pflanzte der Vorsitzende des Fördervereins Freizeitpark Aufderhöhe im vergangenen Frühjahr Senfpflanzen. Deren Samenkörner sind inzwischen aufgegangen. Und Käufer können seit kurzer Zeit zwischen drei verschiedenen Senfsorten auswählen.

Viel wichtiger wäre Heim allerdings, wenn es mit seinem eigentlichen Projekt vorangehen würde. Seit etlichen Jahren planen der Förderverein-Vorsitzende und seine Mitstreiter, das 1990 geschlossene Freibad zu einem modernen Freizeitpark umzubauen. Doch noch immer tut sich auf dem weitläufigen Areal nichts. Und das wird bis auf Weiteres auch so bleiben. Denn nachdem ein Anwohner vor zwei Jahren wegen einer eventuellen Lärmbelästigung erfolgreich gegen den Freizeitpark klagte, wird die Stadt frühestens kommendes Jahr einen neuen Bebauungsplan vorlegen können.

Der Grund liegt einige Kilometer weiter westlich. Erst wenn endgültig feststeht, wie es mit dem alten Union-Stadion am Ohligser Hermann-Löns-Weg und der dort vorgesehenen Wohnbebauung weitergeht, können die Planungen für einen möglichen Ersatzsportplatz im Josefstal in Angriff genommen werden. Und die wiederum stehen in engem Zusammenhang mit der Zukunft des benachbarten Freibad-Geländes.

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"Wir wollen die Lärmgutachten für beide Projekte miteinander abgleichen", sagte gestern eine Stadtsprecherin. Denn noch immer gebe es "leider mindestens vier Anwohner" in der Nähe des des geplanten Freizeitparks, "die das Ganze torpedieren". Und darum sei es umso wichtiger, den neuen Bebauungsplan samt Lärmschutz "wasserdicht" zu bekommen.

Ein Vorgehen, das Manfred Heim vom Förderverein Freizeitpark nachvollziehen kann. Dennoch ist er über die erneute Verzögerung unglücklich. "Das alles bringt uns nicht weiter. Zumal die Räume auf dem Freibadgelände für uns wegen der rechtlichen Lage zurzeit nicht zu nutzen sind. So fehlen Einnahmen", sagte Heim jetzt.

Immerhin, so der Fördervereinschef, stünden "weiterhin 90 Prozent der Nachbarn in Aufderhöhe hinter dem Freizeitpark". Eine Einschätzung, die Heim mit dem Sportausschuss-Vorsitzenden Ernst Lauterjung (SPD) teilt. "Der Park ist wichtig für die Entwicklung des gesamten Stadtteils mit seinen vielen jungen Familien", betonte Lauterjung.

Auch aus diesem Grund verwies der Sportausschuss bei seiner jüngsten Sitzung im August einen Antrag der SPD an den Ausschuss für Stadtentwicklung weiter, der am 9. November tagt. Der Inhalt des Antrags: Die Verwaltung soll den Bebauungsplan "mit einer höheren Priorität bearbeiten, um das ehrenamtliche Engagement" des Fördervereins "nicht zu gefährden".

(RP)