Freizeitpark Ittertal: Der Park, der keinen Käufer findet

Betrieb im Solinger Ittertal : Der Freizeitpark, der keinen Käufer findet

Schon seit zwei Jahren sucht Schausteller Bruno Schmelter einen Käufer für seinen Freizeitpark. Den Preis hat er schon gesenkt, doch negative Bewertungen und der Zustand der Anlage erschweren den Verkauf.

Sie schreiben von Verfall, schlechter Gastronomie und unfreundlichem Personal. Mal sind es anonyme Kritiker, mal nicht. In den Bewertungen bei Google kommt der Freizeitpark Ittertal nicht gut weg. Eigentümer Bruno Schmelter kann das nicht nachvollziehen. "Seit vergangenem Herbst bekommen wir schlechte Kritiken", sagt der Schausteller. "Vor Kurzem stand sogar jemand vor dem Park und hat versucht, Leute davon abzuhalten, Eintritt zu bezahlen."

35.000 Quadratmeter suchen neuen Besitzer

Das sorgt dafür, dass es noch schwieriger ist, einen Käufer für das rund 35.000 Quadratmeter große Gelände zu finden. Seit zwei Jahren will Schmelter seinen Freizeitpark verkaufen. "Mein Frau und ich schaffen das einfach nicht mehr", sagt der 74-Jährige. Vor 18 Jahren kauften die Schmelters den historischen, mehr als 100 Jahre alten Park. Sie wollten weg vom unruhigen Schaustellerleben, suchten Ruhe. "Letztendlich haben wir aber einen Haufen Arbeit gekauft", sagt Schmelter. Ursprünglich wollten er und seine Frau den Park an ihre Kinder weitergeben. "Die haben sich aber anders orientiert", sagt er.

Mindestgebot vor zwei Jahren waren noch 1,6 Millionen Euro. Mittlerweile hat Schmelter auf Zuraten seines Maklers den Kaufpreis auf 990.000 Euro gesenkt. Das war Anfang des Jahres. "Im letzten Jahr verfügten wir bereits über einen Kaufinteressenten, der jedoch aufgrund fehlender Bonität letztendlich doch Abstand genommen hat", sagt Schmelters Makler Tim Vermeegen von Schwarze Immobilien.

Käufer braucht viel Eigenkapital

Der Käufer brauche laut Vermeegen viel Eigenkapital. "Aus meiner Sicht ist dieser Preis nunmehr realistisch, selbst unter der Berücksichtigung der notwendigen Investitionen", sagt Vermeegen, der als Kind selbst den Freizeitpark besuchte. Der Käufer müsse eine sechs- bis siebenstellige Zahl in die Anlage investieren. "Da die Liegenschaft in den letzten Jahren etwas vernachlässigt wurde", sagt er. Vermeegen weiß, dass die Konkurrenz für den Park groß ist. Besucher könnten aber keinen Freizeitpark wie den Bottroper Movie Park erwarten. "Der Park besitzt jedoch viel Potential", sagt Vermeegen. Einen Kletterpark könnte der neue Eigentümer zum Beispiel errichten.

Zurzeit gebe es einen Kaufinteressenten. Drei bis vier Besichtigungen habe Vermeegen in dieser Woche gehabt. Das sei gut, schließlich spreche die Immobilie keine große Zielgruppe an. Interessant an dem Gelände seien vor allem das Restaurantgebäude und die "Bayernhalle", die als Veranstaltungshalle genutzt werden könnte. Gastronomie sei so möglich.

Glückt der Verkauf doch noch, will Schausteller Schmelter aber nicht in den Ruhestand gehen. Er wird mit dem Karussell, das seit Jahren in Besitz seiner Familie ist, auf Jahrmärkten unterwegs sein.

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(eler)
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