Solingen: Forst investiert acht Millionen Euro

Solingen: Forst investiert acht Millionen Euro

Die neue Produktionshalle an der Schützenstraße ist die größte Investition des Unternehmens in der Firmengeschichte des Spezialisten der Räumtechnologie. Dadurch könnten bis zu 25 neue Arbeitsplätze entstehen.

Bereut hat es Michael Kölker nie, als er im Dezember 2003 Forst Technologie an der Schützenstraße übernommen hat. "Das Unternehmen hat sich fantastisch entwickelt", sagt der 60-jährige Firmenchef. Er freut sich darauf, am 30. August mit den Mitarbeitern das 100-jährige Firmenbestehen feiern zu können. Für Stimmung sorgen hier "De Höhner".

Grund zur Freude besteht aber auch einen Monat zuvor. Im Juli soll in der neuen, gut 1000 Quadratmeter großen Halle, die derzeit gebaut wird, die Produktion aufgenommen werden. "Ab Mai ist der Neubau bezugsbereit", sagt Michael Kölker, "diese Investition ist notwendig, wir müssen die Kapazitäten aufstocken."

Acht Millionen Euro nimmt Forst Technologie in die Hand, um den Neubau inklusive eines neuen Maschinenparks zu realisieren. "Das ist die größte Investition der Firmengeschichte", sagt Kölker, der seit 1971 in diesem Betrieb arbeitet. Die Erweiterung der Kapazitäten ist der "sehr guten Auftragslage" geschuldet, die Auslastung des Unternehmens mit einem Gruppenumsatz von rund 40 Millionen Euro ist momentan bis Mitte 2015 gesichert. "Aber das ist für unsere Produkte typisch", sagt der Vater von vier Kindern.

Forst bietet "Räumtechnologie in Perfektion", und hier kann dem Solinger Unternehmen kaum einer das Wasser reichen. Unter Räumen versteht man ein spanabhebendes Verfahren zur Herstellung von Innen- und Außenprofilen, hier werden Metallteile geformt.

Forst Technologie hält vertikale und horizontale Innen- und Außenräummaschinen vor, zudem Räumwerkzeuge für nahezu jeden Anwendungsbereich. Überdies CNC-gesteuerte Räumwerkzeug-Schärfmaschinen.

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"Der Wettbewerb ist überschaubar", sagt Kölker. Weltweit beliefert der Solinger Spezialist alle namhaften Automobil- und Nutzfahrzeug-Hersteller und deren Zulieferer mit Präzisionswerkzeugen und Sondermaschinen zum Räumen und Schärfen. Zum Kundenkreis gehören unter anderem aber auch Hersteller und Zulieferer der Turbinenindustrie. "Wir bieten das komplette Segment des Räumens an, von der Entwicklung der Maschinen, der Werkzeuge bis hin zum Lohnräumen", sagt Michael Kölker und ergänzt: "Wir verstehen uns als Systemlieferant. Der Kunde kann von uns alles haben, was mit Räumen zu tun hat."

Serien sind in diesen Produktbereichen allerdings nicht zu finden — im Gegenteil: "Alle unsere Produkte konzipieren wir aus den Wünschen der Kunden", sagt der Geschäftsführer. Dafür braucht es Fachkräfte, die das Unternehmen aber zum großen Teil selbst ausbildet. "In der Regel übernehmen wir unsere Auszubildenden, wir bilden aber über Bedarf aus, weil ich es wichtig finde, junge Menschen auszubilden", sagt Michael Kölker. Läuft alles wie geplant und ist die Konjunktur weiter gut, sollen bis zu 25 neue Arbeitsplätze durch den Hallenneubau und die Kapazitätserweiterung entstehen.

Weitere Ausbaureserve ist auf dem Firmengelände an der Schützenstraße vorhanden. Dort wurde bereits vor zwei Jahren die Montagehalle erweitert. "Der jetzige Investitionsschritt im Räumbereich reicht für lange Zeit", meint Kölker, der mit der Einstellung eines weiteren Geschäftsführers zu Beginn dieses Monats auch die Nachfolge im Unternehmen gesichert hat.

Der 60-Jährige selbst ist aber weiter oberster Geschäftsführer und entwickelt die Unternehmensstrategien.

(RP)
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