1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Forellen in der Wupper ist es zu warm

Trinkwasser-Reserven rund um Solingen : Forellen in der Wupper ist es zu warm

Auch die Wupper leidet unter dem heißen Wetter. Die Sengbachtalsperre ist noch ausreichend gefüllt.

Tonnenweise verendete Fische wie in Rhein und Elbe befürchtet Anselm Rossi für die Wupper nicht. Er ist Mitarbeiter der Fachgruppe Gewässergüte im Limnologischen Labor des Wupperverbandes. Gleichwohl wird es langsam ungemütlich für den Fischbestand in der Wupper. Die hohen Temperaturen heizen das Wasser auf. An der Messstelle in Opladen wurden in der Spitze schon 24 Grad gemessen. Die in der Wupper lebenden Forellen mögen es etwas kühler. „Viel mehr dürfen die Temperaturen nicht ansteigen“, sagt Rossi.

Die Wupper ist ein typisches Forellen-Gewässer. Das gilt vor allem für den Oberlauf bis etwa auf der Höhe von Solingen. Im Mittel- und Unterlauf fühlen sich auch Eschen wohl. „Sie können etwas höhere Wassertemperaturen vertragen“, weiß Rossi. Auch mit einem geringeren Sauerstoffgehalt kommen sie besser zurecht. Gerade der ist vor allem für das Fischsterben in Rhein und Elbe verantwortlich.

Diesbezüglich kann Rossi Entwarnung geben. „Durch die Mittelgebirgslage hat die Wupper ein größeres Gefälle als Elbe und Rhein. Dadurch fließt das Wasser turbulenter“, erklärt Rossi. Die stärkere Strömung sorgt für mehr Verwirbelungen im Wasser, wodurch der Sauerstoffaustausch mit der Atmosphäre besser gewährleistet ist.

Aber auch der Wupperverband sorgt dafür, dass die Fische im bergischen Fluss weiter ihre Bahnen ziehen können. „Die Wupper wird zurzeit aufgehöht“, sagt Hans-Rupert Pischel vom Flussgebietsmanagement des Wupperverbandes. Damit ist gemeint, dass derzeit Wasser aus der Wupper-Talsperre in den Fluss abgelassen wird. Dadurch wird gewährleistet, dass die Mindestdurchflussmenge von 3,5 Kubikmetern Wasser pro Sekunde gehalten werden kann. Zum Vergleich: Im Bereich Wuppertal ist eine maximale Durchflussmenge von 210 Kubikmetern pro Sekunde möglich.

Die Beigabe aus der Talsperre hat zudem weitere Vorteile: Einerseits senkt das kühlere Wasser die Temperatur im Fluss. „Außerdem kommt dadurch nicht nur der Abfluss aus den Kläranlagen im Mittel- und Unterlauf der Wupper an“, sagt Pischel. „Etwa die Hälfte des in Solingen ankommenden Wassers ist Kläranlagenausfluss“, so der Experte. Baden oder Planschen sieht er deshalb eher kritisch.

Wasser gibt es in der Sengbachtalsperre, die den Großteil Solingens mit Trinkwasser versorgt, derzeit noch genug. „Aktuell ist sie noch zu 60 Prozent gefüllt“, beruhigt Lisa Nohl, Pressesprecherin der Stadtwerke Solingen (SWS). Wenn es auch in den kommenden Wochen keine Niederschläge gibt, müsste ab Mitte September eine Überleitung aus der Großen Dhünn-Talsperre in Anspruch genommen werden.

Eine Einschränkung der Bevölkerung bezüglich des Wasserverbrauchs sei bislang nicht zu erwarten. „Auch die Große Dhünn-Talsperre ist in diesem Jahr noch gut gefüllt“, so Nohl. Derzeit hat sie 58 Millionen Kubikmeter Wasser, vor einem Jahr um diese Zeit waren es nur 42 Millionen Kubikmeter.