Förster in Solingen fürchten Sturm-Folgen wie bei „Friederike“

Sturmtief fegte durch Solingen: Stadt warnt vor Folgen von „Eberhard“

Das Aufräumen nach dem Sturm Eberhard hat begonnen. Im Solinger Wald droht weiter Gefahr. Der Zugverkehr lief nur langsam wieder an.

Heruntergefallene Dachziegel, umgeknickte Bäume und anhaltendes Chaos auf den Bahngleisen – auch einen Tag nach der Stippvisite des Sturmtiefs „Eberhard“ in Solingen waren die Folgen des Unwetters noch allgegenwärtig. Wobei eine genaue Bilanz des Orkans vom Wochenende wohl erst im Verlauf dieser Woche endgültig feststehen wird.

So waren die zuständigen Mitarbeiter des Stadtdienstes Natur und Umwelt am Montag fast den gesamten Tag über damit beschäftigt, vor allem in den Wäldern rings um Solingen die durch „Eberhard“ verursachten Schäden unter die Lupe zu nehmen – die es nach ersten Schätzungen der Förster durchaus mit jenen verheerenden Zerstörungen aufnehmen könnten, die das Sturmtief „Friederike“ vor etwas mehr als einem Jahr im Januar 2018 zurückgelassen hatte.

Damals hatten sich die Aufräumarbeiten in den Forstgebieten – etwa die Räumung von Wanderwegen – über Monate hingezogen. Einige bei Spaziergängern beliebte Strecken blieben seinerzeit sogar bis in den Mai unpassierbar. Und auch diesmal warnt die Stadt vorsichtshalber bis auf Weiteres vor Besuchen im der Natur.

„Waldspaziergänge sollten augenblicklich unterlassen werden“, sagte eine Rathaus-Sprecherin am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Denn die sprichwörtliche Ruhe nach dem Sturm könnte sich schnell als Trugschluss erweisen. Beispielsweise, so die Sprecherin, sei es denkbar, dass in den Bäumen angebrochene Äste hingen. Und bei diesen genüge jetzt bisweilen nur noch ein schwacher Windstoß, um sie zum Herabstürzen zu bringen. Weswegen es aus der Verwaltung hieß, bei nicht zu vermeidenden Gängen in den Wald sei auf jeden Fall große Vorsicht geboten.

Dabei waren die Konsequenzen von „Eberhard“ rund 24 Stunden nach dem Orkan aber keineswegs auf die Natur allein beschränkt. So normalisierte sich der Bahnverkehr lediglich langsam. Zwar liefen die Züge des privaten Bahnanbieters Abellio auf der Strecke der S-Bahn S 7 am Montagvormittag wieder nach Fahrplan. Doch auf den weiterführenden Regionalstrecken im Großraum Solingen kam es nach wie vor zu Verspätungen und Zugausfällen, da sich die Aufräumarbeiten auf den Gleisen zwischen Wuppertal und Solingen in die Länge zogen.

Was wiederum zur Folge hatte, dass eine einfache Bahnfahrt von Münster in die Klingenstadt am Montagmorgen statt etwas mehr als 100 Minuten rund viereinhalb Stunden in Anspruch nahm. Obgleich sich die Reisenden in diesen Zügen noch vergleichsweise glücklich schätzen durften. Denn am Sonntag hatte ab den Nachmittagsstunden gar nichts mehr funktioniert.

Was nach Einschätzung etlicher Betroffener einmal mehr auch für die Informationspolitik der Deutschen Bahn AG am Hauptbahnhof Solingen in Ohligs galt. „Während des Sturms am Sonntag war kein Bahnangestellter zu sehen, der Auskünfte gab. Das ist für einen Bahnhof mit IC- und ICE-Halts einfach unwürdig“, ärgerte sich ein Bahnkunde.

Eine Darstellung, der die Bahn am Montag widersprach. „Wie an Wochenenden üblich war eine Mitarbeiterin vor Ort“, beteuerte ein Bahnsprecher, der gleichzeitig um Verständnis bat. „Bei solchen Unwetter-Lagen kann es natürlich vorkommen, dass die Angestellten nicht immer sofort greifbar sind“, sagte der Sprecher.

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