Solingen: Feuerwehr fordert Blitzableiter

Solingen : Feuerwehr fordert Blitzableiter

Nach dem Blitzeinschlag in einem Stall in Wald wären beinahe fünf Pferde verbrannt. Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer rät Hausbesitzern, ihre Gebäude mit Blitzableitern nachzurüsten. Eine Pflicht dazu besteht allerdings nicht.

Es war eine Rettung fast in letzter Sekunde. Erst vor wenigen Tagen brannte in Wald ein Stall, nachdem in dem Gebäude der Blitz eingeschlagen hatte. Fünf Pferde waren darin untergebracht. Wenn es den alarmierten Feuerwehrleuten nicht gelungen wäre, den Brand schnell unter Kontrolle zu bringen, wären die Tiere kaum noch zu retten gewesen. Grund genug für Solingens Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer, jetzt Blitzableiter für möglichst viele Gebäude zu fordern. "Diese können im Ernstfall Leben retten", sagte Fischer unserer Zeitung.

Familie rettet sich aus Wohnung

Immer wieder müssen Kräfte von Berufs- oder Freiwilliger Feuerwehr zu Einsätzen ausrücken, wenn irgendwo der Blitz eingeschlagen hat. Frank-Michael Fischer erinnert sich an einen weiteren Fall vor einiger Zeit. Im Sommer 2010 hatte der Dachstuhl eines Hauses an der Mangenberger Straße gebrannt. Und auch bei diesem Einsatz war es am Ende vor allem Glück, dass es bei einem Gebäudeschaden blieb und der betroffenen Familie nichts Schlimmeres passierte. Diese hatte sich nach dem Einschlag aus ihrer Dachgeschosswohnung in Sicherheit gebracht.

Meist werden die Opfer von Blitzeinschlägen nach solchen Beinahe-Katastrophen wie an der Mangenberger Straße eines Besseren belehrt und lassen an ihren Häusern Blitzableiter installieren. Das Problem ist aber, dass dazu keine Verpflichtung besteht. Der Gesetzgeber überlässt es den Hausbesitzern, ob sie ihre Immobilien mit Blitzableitern ausstatten. Diese kosten im Normalfall 2000 bis 3000 Euro.

"Es handelt sich meist um eine freiwillige Maßnahme", sagt Andreas Herget, Geschäftsführer bei Haus & Grund Solingen. Blitzableiter seien, wie etwa auch Schneefanggitter an Dächern, nicht vorgeschrieben. "Eine Pflicht müsste in der Landes- beziehungsweise Bundesbauordnung festgelegt werden", so Herget.

Nur bei Häusern, die höher als 20 Meter sind, sind Blitzableiter verbindlich vorgeschrieben. Darüber hinaus gibt es nur wenige Ausnahmen. "An allen Schulen sind Blitzableiter angebracht", sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung. Und auch weitere öffentliche Gebäude, wie etwa das Theater und Konzerthaus, verfügen über geerdete elektrische Leiter, die bei einem Einschlag den Blitzstrom am Bau vorbei sicher in die Erde ableiten.

Probleme mit Versicherung

Bei Haus & Grund raten die Verantwortlichen den Hausbesitzern, ihre Immobilien mit Blitzableitern zu schützen. Zwar habe es in den vergangenen Jahren keinen Fall gegeben, in dem eine Versicherung die Begleichung von Brandschäden mit Hinweis auf einen fehlenden Leiter verweigerte, sagt Andreas Herget von Haus & Grund. Trotzdem könne die Regulierung von Schäden Schwierigkeiten machen. Herget: "Oft werden Blitzeinschläge unter Sturmschäden gefasst. Das Problem ist nur, dass erst ab Windstärke 8 von Sturm gesprochen wird."

(RP)
Mehr von RP ONLINE