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Feuer in Solingen – Polizei ermittelt

Mehrere Brände in Solingen : Feuer am Wüstenhof – Polizei ermittelt

Die Feuerwehr wurde am Wochenende und am Dienstag zu mehreren „Waldbrand“-Einsätzen gerufen. Aktuell gilt bei der bis fünf gehenden Waldbrandgefahren-Skala in Solingen die Stufe vier. Das steht für hohe Gefahr. Am morgigen Donnerstag rechnet der Wetterdienst mit Regenfällen.

Schwarze Rauchsäulen wurden am Pfingstmontag gegen 21 Uhr über einem Waldgebiet am Schellberger Weg gemeldet. Auch lodernde Flammen waren sichtbar – zahlreiche Notrufe gingen bei der Feuerwehr-Leitstelle ein. Die schickte vorsorglich mehr als 20 Einsatzkräfte aller drei Wachen der Berufsfeuerwehr zum Schellberger Weg, auch die freiwilligen Löscheinheiten Mangenberg, Böckerhof, Wald und Burg halfen.

Der Grund: Eine Holzhütte am Waldrand brannte lichterloh. Die Flammen fingen bereits an, sich auf die umliegende Vegetation auszubreiten. Die Feuerwehr hatte den Brand glücklicherweise schnell unter Kontrolle, löschte auch Bäume ab, die bereits angefangen hatten zu brennen. Nach gut zwei Stunden war der Einsatz beendet.

Ebenfalls am Pfingstmontag rückte die Feuerwehr zur Evertsaue aus. Foto: Gianni Gattus

Stunden zuvor, Pfingstmontag gegen 10.20 Uhr, war die Feuerwehr bereits zu einem Brand auf die Straße Evertsaue in Widdert ausgerückt. Hier brannte ein Komposthaufen, auch hier waren die Einsatzkräfte wegen eines „Waldbrandes“ von Anwohnern alarmiert worden.

Gestern Morgen rückte die Feuerwehr ebenfalls mit weit mehr als 20 Einsatzkräften aus. Diesmal wurde ein „Waldbrand“ am Wüstenhof gemeldet. Ein Baumstumpf war in Brand geraten. Durch die schnelle Alarmierung und die zielgenaue Wegweisung zur Brandstelle durch einen aufmerksamen Bürger konnte eine Ausbreitung der Flammen verhindert werden. Aufgrund der Hanglage erwies sich der Zugang zum Brandort zunächst schwierig. Er konnte nur mit tragbaren Löschrucksäcken erreicht werden

Die Brandursache bei den diversen Feuerwehr-Einsätzen ist noch ungeklärt. Beim Einsatz gestern Morgen am Wüstenhof fanden die Feuerwehrleute jedoch mehrere Zigarettenkippen im Brandbereich. Die Polizei ermittelt – „wie grundsätzlich bei jedem Feuer“, so ein Polizeisprecher.

Gerade das Rauchen im Wald sollten sich Spaziergänger verkneifen. Das ist von Anfang März bis Ende Oktober ausdrücklich untersagt. Offenes Feuer und Grillen im Wald sind grundsätzlich und immer verboten. Denn die Waldbrandgefahr ist derzeit äußerst hoch, zumal es in den vergangenen Wochen nur selten geregnet hat.

Laubstreu, Bodenvegetation und liegendes Holzmaterial sind nach wie vor derartig trocken, dass ein kleiner Funke bereits unheilvolle Folgen auslösen könnte. Derzeit sollte man daher für den Waldspaziergang oder die Wanderung ausschließlich feste Wege benutzen. Die Dürresommer der vergangenen Jahre und die Borkenkäfer sorgen zudem für ungewöhnlich viel trockenes Totholz und damit für eine zusätzliche Waldbrandgefahr, erklärt Monja Mortsiefer vom Regionalforstamt Bergisches Land.

Gleichzeitig sind durch die Corona-Pandemie viel mehr erholungssuchende Menschen im Wald als üblich. „Einige Sparziergänger fahren mit dem Auto zu nah an den Wald heran und parken auf angrenzende Wiesen. Der heiße Katalysator des Wagens kann aber ein Feuer auslösen“, warnt Sabine Rische von der städtischen Pressestelle.

Lagerfeuer, Grillen im Wald oder in Waldnähe, zerbrochene Glasscherben, die wie ein Brennglas wirken oder achtlos weggeworfene Kippen – die Solinger Feuerwehr nennt einige mögliche Ursachen für Waldbrände. Sie bittet darum, die Waldwege nicht zu verlassen und die Zufahrten freizuhalten, damit die Einsatzkräfte im Fall der Fälle vorfahren können. Wer Rauch im Wald sieht, sollte sofort die 112 wählen.