1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Festliche Musik zum zweiten Advent

Solingen : Festliche Musik zum zweiten Advent

Der Männerchor 1980 Solingen präsentierte Glanzlichter der Weihnachtszeit in der Kirche St. Suitbertus in Weeg.

Festlich hallt er durchs Kirchenschiff, der "Traum der Erinnerung" aus dem Adagio der Neunten von Dvorak, und die Atmosphäre könnte schöner kaum sein. Die katholische Kirche St. Suitbertus Weeg ist voll besetzt, und der Männerchor 1980 Solingen unter Leitung von Ralf Leßenich ist in Bestform. Rund 30 Lieder hat er mitgebracht, mit denen er den Gästen die Vorfreude aufs Fest volle zwei Stunden lang verschönern will. Unterstützt von Rena Schlemper am Klavier, einem Streicherensemble des Orchestervereins und Soloeinlagen von Uwe Buchmann (Tenor) und Kerstin Steiner (Sopran), folgt ein Konzert, das stimmungsvoller kaum sein könnte.

Ehrenvorsitzender Gerhard Rosencrantz bedankte sich bei allen Beteiligten, lobte Küsterin Christel Ohliger als engagierte Organisatorin und hob die musikalische Präsenz der 80er hervor. "Unser Chor hat sich völlig neu aufgestellt und knüpft an Zeiten des A-cappella-Gesangs wieder an", sagte er, und dann sprach die Musik.

Die 80er präsentierten sich als dynamischer, nuancenreicher, technisch sicherer Chor. Da erklangen mit "Liebe rauscht der Silberbach" und "Abendfrieden" zwei der schönsten Lieder aus Schuberts Feder. Zu Gehör kamen auch Mendelssohn-Bartholdys "Abendständchen" und ein 15-minütiger Weihnachtsliederzyklus, der herrliche Titel in tollen Arrangements zur Einheit verschmolz.

Während sich Rena Schlemper als zuverlässige Klavierbegleiterin erwies, waren Technik und Intonation des Streicherensembles oft verbesserungswürdig. Ganz anders dagegen die Solisten. Als 80er-Vorsitzender Uwe Buchmann aus den Reihen seiner Sangeskollegen heraustrat und sich zum Solo anschickte, war jedem klar, was er in petto hatte: vollendete Phrasierung, einen edlen Belcanto und eine Innigkeit, die Rudolf Schock seinerzeit nicht besser hinbekommen hätte. Und so bot Buchmann mit Kollos "Weihnachtsfriede" und Nico Dostals "Weihnacht" vollendeten Gesang und zeigte sich mit Stradellas "Pieta Signore" und dem sehr konzentriert vorgetragenen "Panis Angelicus" von César Franck als starker Interpret des sakralen Repertoires.

Auch Kerstin Steiner beeindruckte. Wunderschön gestaltete sie Mozarts "Agnus Dei", meisterte sicher die hohen Lagen vom "Ave verum" desselben Komponisten. Bei Roberts Stolz' "Träume unterm Christbaum" erwachten Erinnerungen an die Wunschkonzerte der guten alten 60er, und als sich Buchmann und Steiner mit der Musik zum Märchenfilm "Drei Nüsse für Aschenbrödel" zum Duett anschickten, entstanden die ergreifendsten Momente des Abends. Mit "Cantique de Noel" und "Jerusalem, die heilige Stadt" schmeichelten Chor und Tenor noch einmal den liedverwöhnten Ohren, und die gemeinsam gesungene "Stille Nacht" war das krönende Finale, das dann, nach rauschendem Applaus, um drei Zugaben erweitert wurde.

"Wir haben begeisterte Reaktionen vom Publikum erhalten" zieht Uwe Buchmann Bilanz. "Der Chor hat die Veränderungen der letzten Jahre gut gemeistert. 30 neue Sänger wurden integriert, einige von ihnen haben nie zuvor Chormusik gemacht. Das hat sehr gut geklappt. Die 80er haben sich toll entwickelt und eine gute Leistung abgelegt."

(RP)