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Solingen: Festhalle ist Vereinen zu teuer

Solingen : Festhalle ist Vereinen zu teuer

Mit 1000 Euro Miete und der Abnahme des Caterings vom neuen Betreiber Feinkost Hitzegrad lohnt sich für manche Vereine das Mieten der Ohligser Halle nicht mehr.

Klaus Drunk dachte, er vermittelt dem neuen Betreiber der Ohligser Festhalle ein akzeptables Geschäft. Für seinen Skatclub "Solinger Mauerjungs" organisiert er in diesem Jahr ein Turnier, zu dem150 bis 200 Profi-Skatspieler aus ganz NRW nach Solingen kommen. "Alle essen zu Mittag, erfahrungsgemäß ist auch der Getränkeumsatz bei solchen Veranstaltungen gut", weiß Klaus Drunk. Als er dann hörte, dass neben der Abnahme des Caterings von Hitzegrad 1000 Euro Mieter fällig werden, war er doch ziemlich überrascht.

An Miete von 1750 Euro — aber die für vier Tage und ohne Catering — erinnert sich der Profiesaktspieler an die Zeiten, in denen die Festhalle noch in städtischer Regie war. "Wir sehen uns jetzt nach anderen Räumen um, vielleicht den Stadtsaal Wald oder den Saal des Eugen-Maurer-Hauses", sagt Drunk.

Für Festhallen-Betreiber André Hitzegrad sind die "Solinger Mauerjungs" nicht die Ersten, denen die Festhallen-Miete zu teuer ist. Auch die Verantwortlichen vom FC Britannia haben der Firma eine Absage erteilt. Für André Hitzegrad ist das einerseits verständlich, andererseits weist er darauf hin, dass man für die erhöhte Mieter den Saal jetzt auch den ganzen Tag belegen kann. "Früher nahm die Stadt ihre Miete für sechs Stunden. Wer auf- und abbauen musste für seine Veranstaltung, musste mindestens dreimal sechs Stunden anmieten", sagt der Geschäftsmann.

Festhalle dennoch gut gebucht

Generell sind André Hitzegrad und sein Team nach eineinhalb Monaten als neue Betreiber recht zufrieden mit dem Vermietungsgeschäft der Festhalle. Partys, Hochzeiten, Weihnachtsfeiern und andere private Feste sind gebucht. Am 1. Advent findet der erste Tanztee in Verbindung mit dem Tanzzentrum Kai Koch statt, am 17. Dezember kommt "farfarello". Auch über die Buchungen der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs freut sich Hitzegrad: "Die feiern Prinzenproklamation, ihre Galasitzung und Weiberfastnacht in der Festhalle und haben diese Termine bis 2015 geblockt."

Vereine, so André Hitzegrad, seien in Solingen früher "extrem verwöhnt" worden, was die Preise angehe. Man habe an den Eintrittskarten, aber auch am selbst organisierten Catering verdient und dieses Geld in die Vereinsarbeit stecken können. Seine eigenen Preise findet Hitzegrad durchaus moderat. Ein Mittagessen für 9,95 Euro und ein Getränk zum Preis von zwei Euro bietet Hitzegrad den Vereinen.

Preise für Stadtsaal noch unklar

Der neue Stadtsaal-Betreiber Andreas Heibach kalkuliert derzeit noch die Mietpreise für das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße. Sie werden variieren, je nachdem, ob die Nutzer das Catering bei ihm buchen oder selbst dafür sorgen wollen. Frühestens zu Karneval wird er erste Verträge abschließen. Welche Kosten bis dahin auf den Walder Gastronomen zukommen, ist noch nicht kalkulierbar. In zwei Wochen wird mit der Dachsanierung begonnen. Ob die 80 000 oder 200 000 Euro verschlingt, weiß Andreas Heibach heute noch nicht.

"Allein wenn die Heizung läuft, werden für fünf bis sechs Stunden dreistellige Beträge fällig. Und im Jahr fallen allein 50 000 Euro an Fixkosten an", sagt Heibach. Dennoch will der Walder Vereinen und anderen möglichen Nutzern beim Mietpreis so weit wie möglich entgegenkommen.

(RP)