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Feste in Solingen beginnen wegen Unwetterwarnung später

Nach Unwetter-Warnungen für in Solingen : Dürpelfest legt mit kleiner Verspätung los

Das erste Dürpelfest nach drei Jahren Corona-Pause ist am Freitag trotz Regen gestartet. Ohligs steht das ganze Wochenende im Zeichen von Musik und Kirmes. In Burg gibt es ab Samstag zudem die erste Sommerweihnacht.

Den Start hatten sich die Verantwortlichen sicherlich anders vorgestellt. Aber am Ende gab es doch die ersehnte Entwarung an der Wetterfront. Mit einigen Stunden Verspätung und trotz eines Gewitters, das noch am Freitagnachmittag über Solingen hinweggezogen ist, hat am Abend um Punkt 18 Uhr das erste Dürpelfest seit drei Jahren begonnen. Bis einschließlich Sonntagabend werden in Ohligs rund 100.000 Besucher erwartet, die sich in den kommenden zwei Tagen – wie vor der Corona-Krise – wieder auf ein umfangreiches Programm mit jeder Menge Livemusik auf insgesamt fünf Bühnen, mit dutzenden Bier- und Imbissständen sowie mit einer Kirmes freuen dürfen.

Den Anfang am Freitag machte auf der Bühne an der Grünstraße die Band „See You“, die eigentlich um 17 Uhr hatte auftreten sollen. So lief der Soundcheck teilweise noch, während die Musiker schon spielten. Wobei dies der Stimmung unter den Besuchern genauso wenig einen Abbruch tat, wie der Regenguss, der kurz vor 18 Uhr noch einmal niedergegangen war. Die Bierstände und auch die Fahrgeschäfte füllten sich im Lauf des Abends zusehends.

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Zuvor hatte allerdings fast den gesamten Freitag Unsicherheit vorgeherrscht. Zwar ging auf dem Festgelände in Ohligs am Vormittag vieles scheinbar seinen gewohnten Gang. Nach und nach bereiteten sich die Schausteller und Vereine auf den Auftakt vor. Wie zum Beispiel an der wohl ältesten Dürpelfest-Bude, in der ein privater Freundeskreis Pizza verkauft.

 Die ersten Dürpel-Pizzas waren schon am Freitagmittag fertig. Das ganze Wochenende wird gebacken.
Die ersten Dürpel-Pizzas waren schon am Freitagmittag fertig. Das ganze Wochenende wird gebacken. Foto: Peter Meuter

Doch selbst der Umstand, dass die ersten Pizzableche bereits am Mittag fertig waren, vermochte nicht über die Nervosität hinwegzutäuschen, die hinter den Kulissen herrschte. So lief seit 10 Uhr die Abnahme der Veranstaltung, die schließlich am Nachmittag auch erfolgte. Aber dies konnte Gloria Göllmann von Organisationsteam der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft zunächst nur bedingt beruhigen. Denn über allem hing weiter eine wetterbedingte Absage des Eröffnungstages.

Tatsächlich hatten sich die Stadt und die Macher des Dürpelfestes am Vormittag zunächst auf eine Verschiebung des Startschusses auf eben 18 Uhr verständigt. Allerdings war auch dieser spätere Termin eher unsicher, gingen doch im Verlauf des Freitags ständig neue Nachrichten ein. So rief die Stadtverwaltung gegen Mittag zum Beispiel Eltern im gesamten Stadtgebiet dazu auf, ihre Kinder früher als sonst aus Kitas, Tagesstätten sowie dem Offenen Ganztag abzuholen, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Und auch die Schausteller und die Betreiber der Bühnen auf dem Dürpelfest-Gelände hatten Schwierigkeiten, ihre Vorbereitungen abzuschließen, da etwa Stromleitungen nicht verlegt werden konnten.

Umso größer war schließlich die Freude, als am Nachmittag die erlösende Neuigkeit kam. „Die Wetterprognose besagt, dass wir starten können“, sagte Gloria Göllmann gegen kurz vor 16 Uhr, während am anderen Ende der Stadt, in Burg, zu diesem Zeitpunkt schon die Entscheidung gefallen war, den Beginn der ebenfalls am Wochenende stattfindenden Sommerweihnacht um einen Tag von Freitag auf Samstag zu verschieben.

 Die Zelte der Sommerweihnacht in Burg wurden vor dem Unwetter gesichert. Am heutigen Samstag geht es los.
Die Zelte der Sommerweihnacht in Burg wurden vor dem Unwetter gesichert. Am heutigen Samstag geht es los. Foto: Peter Meuter

„Wir beginnen am Samstag um 11 Uhr“, sagte Organisator Helmut Steinbock, der in den nächsten zwei Tagen mit den Verantwortlichen des Schlossbauvereins eine Premiere zu bieten hat. Denn tatsächlich dürfte es einen frühsommerlichen Weihnachtsmarkt zumindest in Deutschland kaum je gegeben haben. So erwarten die Veranstalter bis Sonntag mehrere tausend Besucher auf dem alten Sportplatz in Oberburg, wo die Gäste dann zwischen Tannenbäumen einen echten Weihnachtsmarkt mit Glühwein genießen können. Als besondere Attraktion steht überdies eine Eisbahn zur Verfügung, auf der Schlittschuhfahrer trotz frühsommerlicher Temperaturen ihre Runden drehen können.

Gleichwohl stand am Freitag erst einmal die Sicherheit im Vordergrund. So wurden die bereits aufgebauten Zelte mit Steinen abgesichert, während kleinere Stände vorsichtshalber abgebaut wurden. Diese werden nun am Samstagmorgen wieder aufgestellt, so dass die Besucher pünktlich ab 11 Uhr in den frühlingshaften Adventszauber eintauchen können.

Beim Dürpelfest in Ohligs stehen die Zeichen am Wochenende auch im Zeichen von viel Musik. So treten – neben zahlreichen anderen Bands – am Samstagabend etwa „Kiesberch“ und Mike & The Waiters  auf (beide 20 Uhr). Am Sonntag gehören Kaschämm (19.30 Uhr) zu den Top-Acts.