Fechten: Auszeichnung für zwei Deutsche Meister aus Solingen

Fechtzentrum Solingen : Bescherung für zwei Titelträger

Im Rahmen zweier großer nationaler Degen-Turniere wurde der Lawrence-Gough-Preis vergeben.

Die Sporthallen an der Wittkulle sind fast jede Woche Anlaufstation für viele Sportler aus der Klingenstadt und ihre Gäste. Handball, Volleyball, Badminton werden dort unter anderem auf ansprechendem Niveau präsentiert – und natürlich auch Fechten. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit, sowohl samstags (Pokal der Stadt-Sparkasse) als auch sonntags (Internationaler Windmühlenmesser Cup) erlebte die Wittkulle einen enormen Zulauf aus ganz Deutschland. „Wir können auch dank der vielen Helfer auf zwei gelungene Turniere blicken, alles ist glatt gelaufen“, bilanzierte Daniel Certa, Vorsitzender des Fechtzentrums.

Am zweiten Veranstaltungstag gab es unter den vielen gut gelaunten Menschen zwei junge Fechter, denen es richtig prima ging: Julian Disler und Jakob Stange wurden mit dem Lawrence-Gough-Preis ausgezeichnet. „Beide sind Deutsche Meister, das ist somit gleichwertig“, freute sich Christine Gough – in Erinnerung an ihren 2016 verstorbenen Ehemann, als Aktiver und Trainer ein Großer seiner Zunft, wird der Preis seit dem vorigen Jahr vergeben. Damals waren es Kim Treudt-Gösser und Alexander Detemble. „Unsere Aktion ist auf Nachhaltigkeit angelegt“, sagte Christine Gough, die das positive Bild des Fechtsports in Solingen mitprägt.

Je 500 Euro hatten die Preisträger 2017 erhalten und das Geld in Materialien oder Reisekosten gesteckt. „So eine Summe kann schon helfen.“ Jakob Stange war stolz, den Preis für die Leistungen in 2018 bekommen zu haben. Der Degenfechter holte in der B-Jugend den nationalen Titel. In seinem Jahrgang prägt der 13-Jährige auch aktuell wieder die Ranglisten. Zuversichtlich ist der FALS-Schüler bezüglich der DM-Qualifikation bei der A-Jugend, in deren Wettkämpfe das Talent regelmäßig hineinschnuppert. Dass Jakob Stange dort Lehrgeld zahlt, macht ihm nichts aus: „Jeder Treffer ist wichtig, von daher kann ich nur gewinnen.“ Geradezu optimistisch ist er, was eine Medaille bei den B-Jugend-Meisterschaften angeht. Erfahrung dafür sammelt er unter anderem bei der hochkarätigen All-Star-Challenge mit Stationen in Leipzig, Frankfurt und Augsburg.

Überraschend kam die Auszeichnung für Julian Disler, „Wir haben viele gute Säbelfechter, da war meine Deutsche Meisterschaft vielleicht ein Vorteil“, war das Fechtzentrum-Ass von seiner Berufung angetan. Im Einzel wie auch in der Mannschaft hatte sich Disler den nationalen Titel gesichert. „Das sind die Momente, für die man regelmäßig hart trainiert“, meinte der 17-Jährige mit Blick auf Erfolge bei Meisterschaften, aber auch aufgrund der Auszeichnung. Mit den meisten seiner Teamkollegen läuft für die Solinger Formation derzeit das erste Junioren-Jahr – Julian Disler & Co. haben ehrgeizige Ziele. Dass man zumeist gegen ältere und erfahrenere Säbler auf der Planche steht, kommt der eigenen Entwicklung zugute. In Dormagen trafen sie beim Weltcup auf hochkarätige Konkurrenz. Julian Disler (40.), Eric Seefeld (66.) und Peter Schmitz (73.) haben sich für den Weltcup in Budapest am 5. Januar qualifiziert und blicken einer EM-Teilnahme entgegen.

Hohes Niveau prägte das Meeting der A-Jugend-Degenfechterinnen in Solingen, wo die Aktiven des Heidenheimer TB den Ton angaben. Es war ein Qualifikationsturnier des Deutschen Fechter-Bundes. Rabea Kindel (11.), Janina Amuser (27.) und Maya Bienefeld (42.) kamen im 126er-Feld unter die Top 50.