FDP-Haus an der Kölner Straße wird saniert

Solingen : FDP-Haus an der Kölner Straße wird saniert

In dem 1818 erbauten Schieferhaus, das unter Denkmalschutz steht, entstehen drei Wohnungen. Jahrelang war es unbewohnt.

Es ist ziemlich heruntergekommen, weil es jahrelang unbewohnt war: Jetzt soll das unter Denkmalschutz stehende Schieferhaus Kölner Straße 10, direkt an der Einmündung zur Straße Birkenweiher gelegen, saniert werden. Ein Privatmann hat das 1818 erbaute Gebäude vor vier Monaten vom letzten Eigentümer, einem Stuttgarter, erworben. Drei Mietwohnungen sollen entstehen.

Doch bis dahin sind umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. Das Haus ist bereits seit Tagen eingerüstet, derzeit wird das marode Dach erneuert. Noch in diesem Jahr sollen neue Fenster eingebaut und das Haus neu verschiefert werden. "Wir arbeiten bei der Sanierung eng mit der Denkmalbehörde zusammen. Das gilt auch für die Elektrik und den Innenbereich des Hauses, der vollständig neu gemacht wird", sagt der Neu-Eigentümer.

Das zweigeschossige Schieferhaus wurde 1818 von Johann Daniel von Recklinghausen gebaut. Das freistehende Haus besitzt ein Krüppelwalmdach, auf dem sich ein offener Glockenstuhl befindet. Eine Freitreppe führt zum Eingang. Die schwere Eichentür hat eine Bekrönung in Form eines Dreieckgiebels.

Das Grundstück am Dickenbusch lag 1818 beim Hausbau weit vor den Stadttoren Solingens. Kaum vorstellbar: Es umfasste auch das Gelände des ehemaligen Hauptbahnhofs und das Areal zwischen der Industrie- und Handelskammer bis zum Gelände des Zwillingswerkes.

Bauherr von Recklinghausen führte ein Manufakturgeschäft. 1833 zog die Familie nach Köln, das Gebäude blieb bis zum Tod des Bauherrn sein Alters- und Ruhesitz. 1851 erwarben die zwei Metallwarenfabrikanten Kerkersdorf und Becher die Immobilie und richteten auf dem Gelände eine Fabrik ein.

Von 1854 bis 1869 residierte in dem Haus das Landratsamt. Danach bewohnte eine Familie August Schwarte das Haus. 1937 kaufte der Solinger Weidenbusch das Objekt und betrieb dort seine Apotheke. Später beherbergte das Gebäude das Handwerksamt, das evangelische Gemeindeamt und ab 1977 die Geschäftsstelle der FDP Solingen. In den 70er Jahren wurde das Gebäude, inzwischen im Besitz der Stadt, stilgerecht renoviert. Zuletzt gab es mehrere Zwischeneigentümer.

(RP)