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Solingen: Farfarello mit Circus auf Tour

Solingen : Farfarello mit Circus auf Tour

Keine Begleitung, eine Symbiose: Von Dezember an geht Farfarello mit dem Chinesischen Nationalcircus auf Tournee. Berlin, München, Hamburg – und Hilden. "Ein Geschenk", sagt Mani Neumann.

Keine Begleitung, eine Symbiose: Von Dezember an geht Farfarello mit dem Chinesischen Nationalcircus auf Tournee. Berlin, München, Hamburg — und Hilden. "Ein Geschenk", sagt Mani Neumann.

Mani Neumann ist aufgeregt und nicht besonders gut darin, es zu verbergen: Er raucht ohne Unterlass, ist hibbelig und verleiht seinen Worten durch ausladende Gesten Nachdruck.

Vor rund sechs Monaten kam über einen Münsteraner Agenten der erste Kontakt zu Raoul Schoregge, der als Clown im Circus Krone begann, zustande. Seit zwölf Jahren verantwortet der den 1989 noch gemeinsam mit André Heller präsentierten Chinesischen Nationalcircus (CNC) nun allein. Und erfolgreich: Rund neun Millionen Zuschauer hat das akrobatische Spektakel seither angezogen.

Jetzt wird es um eine Attraktion reicher. Denn die Musik zum neuen Programm "Seidenstraße — Akrobatik am Puls der Menschheit" kommt von Farfarello. Keine Begleitung, eine Symbiose: Schoregge bekam das jüngste Album ("Glück") in die Finger und wollte seither unbedingt mit der in Hilden gegründeten Band zusammenarbeiten.

Im Sommer ein erstes Kennenlernen, hinter der Bühne, nach dem Neusser Gastspiel des CNC. Wo es, laut Neumann, auf Anhieb nicht nur zwischenmenschlich gepasst hat, sondern auch auf kreativer Ebene funkte: "Wir haben uns sofort Ideen zugeworfen."

Seither immer wieder, immer länger werdende Arbeitstreffen im westfälischen Havixbeck, dem Quartier der Artisten. Dort wird, und das ist wohl einer der Gründe für Neumanns freudige Aufregung, zurzeit zur Musik Farfarellos choreographiert.

Auf Facebook sind davon schon Fotos zu sehen. "Da denkste, du siehst verkehrt herum", kommentiert der "Teufelsgeiger" ein besonders spektakuläres Bild. Im November werden die Proben in die Endphase gehen.

Im Dezember feiert die zweieinhalbstündige Show Premiere. Am 17. Dezember ist sie in Ohligs zu sehen. Danach geht die Tour zum Chinesischen Kulturjahr 2012 los. Ein Geschenk? "Kann man so sagen." Es sei halt mal wieder an der Zeit gewesen. Die Zufriedenheit mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit mischt sich bereits mit der Vorfreude auf den Alltag unterwegs.

Denn die Atmosphäre sei familiär, ja geradezu liebevoll. Wenn alle Gigs gespielt sind, soll es im Oktober 2012 tatsächlich auf der Seidenstraße über den Bosporus Richtung China gehen. Eine Art Tour nach der Tour. Die Verhandlungen mit den Transit-Ländern laufen bereits auf Hochtouren.

Bloß Kriegsgebiete sollen gemieden werden. Von Station zu Station soll die Karawane immer weiter wachsen, wie eine Lawine immer mehr Einflüsse und Talente mitreißen, um schließlich in der Heimat der Artisten anzukommen und aufzuspielen.

Ob das Reich der Mitte für so viel Freigeistigkeit bereit ist? "Wir waren ja immer schon auch Brückenbauer", ist der Kulturunternehmer optimistisch.

(RP)