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Essener Spezialist "smile24" plant Solingen als Basis von zahnmedizinischen Versorgungszentren

Neue Mieter in Ohligs : Zur Zahnbehandlung ins Rathaus

Essener Spezialist will ein Netz von zahnmedizinischen Versorgungszentren aufbauen. Der Standort von „Smile24“ im Solinger Stadtteil Ohligs hat acht Behandlungszimmer.

Wo findet man heute den optimalen Standort für eine neue Zahnarztpraxis ? Nicht in Düsseldorf, Köln oder Essen, waren sich Dr. Denis Paksoy (39) und Henning Schlüter (36) sicher. Der Zahnarzt und der Betriebswirt, die sich vor rund einem Jahr kennengelernt hatten, wollten eine große Praxis gründen – und fanden den idealen Standort in Ohligs. Schlüter: „Das alte Rathaus ist eine Super-Location. Es ist nur fünf Minuten vom Bahnhof entfernt.“

Paksoy und Schlüter mieteten 370 Quadratmeter im Erdgeschoss, die früher ein Dienstleister genutzt hatte. Dazu kommen die 130 Quadratmeter des Pavillons, den ursprünglich die Stadt-Sparkasse belegt hatte. Schlüter: „Perspektivisch haben wir uns auf 20 Jahre gebunden.“ Die Ansiedlung zeuge von Enthusiasmus und Mut, sagt Hausherr Jörg Föste. „Ich halte die Geschichte für interessant, wie die beiden nach Solingen gefunden haben.“

Es war eine Art Rechenaufgabe. Fest stand nur, dass die Praxis in Nordrhein-Westfalen liegen sollte. Aus NRW stammt sowohl Denis Paksoy (Essen) als auch Henning Schlüter (Köln). Die Gründer durchforschten Statistiken über die Bevölkerungs- und Einkommensentwicklung, über Ein- und Auspendler und natürlich über die Zahl der Zahnärzte in der Klingenstadt.

  • Foto: Peter Meuter / Solingen, Ohligs,
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Als die Wahl getroffen war, sahen sich die beiden in Solingen um. „Es war unser Glück, dass wir Herrn Föste getroffen haben. Er ist ein Vermieter, der an unsere Vision glaubt.“ Zur Vision gehört eine bestimmte Unternehmenskultur, die den Patienten in den Vordergrund stellt, aber auch Wachstum: „Smile24“, so der Name des zahnmedizinischen Versorgungszentrums, hat acht Behandlungszimmer. Genutzt werden zurzeit vier.

Wegen der schwierigen Situation durch Corona praktiziert Denis Paksoy noch alleine, assistiert von zwei Fachkräften. Der erste Patient wurde am 15. Juli behandelt. Im Oktober sollen weitere Fachangestellte hinzukommen, zum Jahreswechsel dann noch ein Zahnarzt eingestellt werden. Auf lange Sicht sollen es sechs bis sieben Ärzte sein, die im alten Rathaus für „Smile24“ arbeiten.

Aber auch im Pavillon. „Mit ihm haben wir Großes vor“, erläutert Denis Paksoy. Der Pavillon soll im kommenden Jahr für größere operative Eingriffe ausgebaut werden und auch eine Übernachtungsmöglichkeit bieten. Gedacht wird auch an ein 60 Quadratmeter großes eigenes Labor. Die Solinger Niederlassung soll später zum „Mutterschiff“ und zur Blaupause für andere Standorte im Rheinisch-Bergischen Kreis werden.

Denis Paksoy hat Erfahrung mit größeren Projekten. Der 39-Jährige steht seit 15 Jahren im Beruf, arbeitete in Praxen sowie Kliniken und hatte vor drei Jahren bereits eine Anstellung als Chefarzt. Zuletzt war Paksoy Chief Operating Officer der Hamburger zahneins GmbH, einer Gruppe von Praxen an 35 Standorten. Der zahnärztliche Leiter von „Smile24“ ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie. Er offeriert selbst ein breites Spektrum an zahnärztlichen Dienstleistungen, will die Palette aber noch erweitern: „Wir werden den Patienten anbieten, dass wir alle Spezialisten vor Ort haben.“

„Smile24“, ist Jörg Föste sicher, wird den Standort aufwerten. Die Umbauarbeiten lagen in der Hand von Solinger Betrieben, die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei außerordentlich gut gewesen.