Bergische Volleys: Erster Satzgewinn ein schwacher Trost

Bergische Volleys : Erster Satzgewinn ein schwacher Trost

Volleyball-Bundesliga: Nach vier Niederlagen wäre für den Tabellenletzten beim 1:3 in Bühl sogar mehr drin gewesen.

Dritter Satz in Bühl: Die Bergischen Volleys führen gegen die heimischen Bisons mit 13:8. Ruben Wolochin, argentinischer Trainer der Gastgeber, nimmt eine Auszeit. Davon lassen sich die Spieler von Johan Isacsson dieses Mal aber nicht aus der Ruhe bringen. Auch in Durchgang eins und zwei führte die Mannschaft des schwedischen Nationaltrainers jeweils Mitte des Satzes mit einigen Punkten - beide Male schien der erste Satzgewinn dieser Bundesliga-Saison in greifbarer Nähe. Nun soll es besser laufen: Kapitän Gerrard Lipscombe baut die Führung über Außen auf 16:10 aus, Mart van Werkhoven erzielt durch die Mitte das beruhigende 20:13. Zuspieler Johannes Tille punktet ebenfalls, ebenso Sam Boehm per Block. Der australische Diagonalangreifer ist es auch, der kurze Zeit später den Ball zum 25:18 auf den Boden donnert - nach vier 0:3-Niederlagen in Folge wird der erste Satzgewinn entsprechend bejubelt.

Am Ende bleibt es allerdings bei diesem kleinen Erfolgserlebnis. Mit 1:3 (15:25, 27:29, 25:18, 18:25) müssen die Bergischen am späten Samstagabend die vier Stunden lange Rückfahrt aus der Nähe von Karlsruhe antreten. "Wir haben gut mitgehalten, in den ersten drei Sätzen waren wir vorne. Da war mehr drin", sagt Co-Trainer und Teammanager Oliver Gies. Besonders ärgerte ihn der zweite Abschnitt: "Wir führen hoch. Gewinnen wir den Satz, geht es mit einem 1:1 in die Pause." So stand es allerdings 0:2.

Dabei hatten die Volleys richtig stark begonnen. Grundlage dafür waren mutige und meist knallharte Aufschläge, zudem eine Top-Quote im Angriff: Lipscombe, Boehm, Iurgen Hummes Specht und Andrew Benz waren alle in den ersten Minuten erfolgreich. Der 2,08 Meter große Niederländer Mart van Werkhoven, mit vier Punkten bester Blockspieler seines Teams, erzielte das 5:3. Hinzu kam eine stabile Annahme und auch mal ein wenig Glück - zum Beispiel, als Tilles Aufschlag die Netzkante berührte und zum 10:8 auf den Boden trudelte. Der erste Aufschlagfehler der Volleys, Hummes Specht knapp ins Aus, leitete denn die Wende ein und bescherte Bühl den Anschluss zum 10:11.

Auch in anderen Bereichen wurde nun nachgelassen, das rächte sich prompt: Über 12:13 und 14:18 musste der erste Satz mit 15:25 abgegeben werden. Anschließend ein ähnliches Bild: Eine starke Aufschlagserie des 20-jährigen Tille bescherte den Gästen eine 4:0-Führung. Es entwickelte sich ein Spiel auf eher bescheidenem Niveau. Fehler auf beiden Seiten häuften sich - auch beim Aufschlag. Am Ende hatte Bühl 19 Aufschlagfehler auf dem Konto, bei den Volleys waren es 16. Hummes Specht donnerte den Ball in den Block, statt 13:9 stand es 12:10. Beim 17:17 hatte Bühl den Ausgleich geschafft. Rutger Zoodsma kam für Specht ins Spiel. Der Niederländer, eigentlich Mittelblocker, hatte bereits als Außenangreifer trainiert. 20:18, dann der erneute Ausgleich (21:21). Zwar hatten die Volleys ebenfalls eine Chance auf den Satzgewinn, den vierten Satzball gegen sich konnten sie aber nicht mehr abwehren und verloren unnötig mit 27:29. Im dritten Durchgang belohnten sich die Gastgeber endlich für ihren Einsatz. Anschließend holten sich die Bisons mit 25:18 souverän den vierten Satz und Sieg.

Viel Zeit zum Ärgern bleibt den Volleys nun nicht: Am Mittwoch, 19.30 Uhr, kommt Tabellenführer VfB Friedrichshafen zum Heimspiel. Das Team vom Bodensee gewann gegen Düren souverän mit 3:0. 15 Punkte aus fünf Spielen bei einem Satzverhältnis von 15:1 - der klare Favorit heißt am Mittwoch in der Bayer-Halle Friedrichshafen.

(RP)
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