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Solingen: Endspurt beim Geschenkekauf

Solingen : Endspurt beim Geschenkekauf

"Morgen Kinder, wird's was geben" – die Klänge auf dem Weihnachtsmarkt an den Clemens-Galerien verkünden den großen Tag. Für die Händler ist es die umsatzstärkste Zeit. Ihre Beobachtung: "Die Lust zum Einkaufen ist da."

Verliebte sind selbst beim Geschenkekauf unzertrennlich. Junge Paare suchen ihre Freundschaftsringe gemeinsam aus, die der eine dem anderen unter den Weihnachtsbaum legt. Bei Juwelier Leiber am großen Stein in der City stehen sie jetzt dicht an dicht. "Morgen Kinder, wird's was geben", klingt es aus den Lautsprechern des Weihnachtsmarkts an den Clemens-Galerien.

Für die Solinger Innenstadt gilt das freilich auch im übertragenen Sinne. Das neue Einkaufszentrum, das am Neumarkt/Graf-Wilhelm-Platz entsteht, kann dem Handelsplatz nur gut tun.

Die Konkurrenz schläft nicht. Erst recht nicht im Weihnachtsgeschäft. Darauf weist auch Frank Schlemper aus Ohligs hin. Er führt das Traditionsgeschäft "Exquisit Moden", seit 48 Jahren am Standort mitten in der Düsseldorfer Straße. Seine Beobachtung in den einkaufsstärksten Tagen des Jahres: Der Umsatz der einzelnen Kunden sei nicht schlecht. Wer also den Weg in den Laden findet, knausert bei den Weihnachtsgeschenken nicht. Insgesamt aber ist nach seinen Worten die Frequenz der Einkaufenden diesmal leider geringer als noch im vergangenen Jahr. Auf der Düsseldorfer Straße sei einfach weniger los, beobachtet er.

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Thomas Lücking hat genau die gegenteilige Beobachtung gemacht. "Die Frequenz ist super", sagt der Geschäftsführer des Kaufhofes an der Hauptstraße in der Solinger City. Die Kunden seien in Geschenklaune, Parfüm, Geschenkgutscheine, aber auch Uhren und Spielwaren verkaufen sich sehr gut. "Lego und Playmobil sind darüber hinaus der Renner", ergänzt Lücking.

Frank Schlemper fällt auf, dass der Kunde verwöhnter wird, weil ihm einfach mehr geboten wird, und es bequem geworden ist, einfach im Internet zu bestellen. "Das ist doch bloß Business." Das Schönste sei gerade ein gemütlicher Weihnachtsbummel mit dem Partner, mit der Familie. Man suche gemeinsam aus, lasse sich beraten, überlege zusammen und lese dem anderen den Wunsch von den Augen ab. Schlemper bedauert, dass das zunehmend verloren geht.

Besonders Männer verlassen sich diesmal offensichtlich weniger auf ihr Gespür, nehmen lieber einen Geschenkgutschein. Da kann man nichts falsch machen.

Um Ohligs herum sind neue Einkaufszentren entstanden. Um mitzuhalten, sei das O-Quartier wichtig, sagt Schlemper. "Wir leben vom Unterland mit Hilden und Langenfeld." Er findet, dass in der Ohligser Fußgängerzone mal wieder investiert werden müsste. "Seit über 35 Jahren ist da nichts Wesentliches gemacht worden." Heute, aber auch am Samstag, dürfte das Weihnachtsgeschäft noch einmal kräftig anziehen. Schlemper stellt sich mit zusätzlichem Personal darauf ein. Auf Wunsch werden die Päckchen sogar nach Hause gebracht.

Noch einmal richtig Umsatz erwartet heute und morgen (bis 14 Uhr) auch Saturn-Geschäftsführer Stephan Brinkmann: "Bei einigen hat es wegen der normalen Arbeitswoche noch nicht richtig gezündet." Mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft ist er aber schon jetzt zufrieden, Flachbild-Fernseher, Smart-Phones oder unter anderem CDs hätten sich bisher gut verkauft.

Unbeeindruckt vom Krisengerede

"Lust zum Einkaufen" – die sieht Waldemar Gluch. "Es scheint, dass sich die Menschen vom Krisengerede nicht beeindrucken lassen", meint der Sprecher des Werbe- und Interessenrings Innenstadt. Das Weihnachtsgeschäft sei wesentlich besser als im vergangenen Jahr, als zu viel Schnee die Kauflaune drückte.

(RP)