Empfang der Bergischen IHK in Solingen Neue Veranstaltungsstätte – alte Themen

Ohligs · Zum Empfang der Solinger Wirtschaft hatte die Bergische Industrie- und Handelskammer ins neue MAKU-Restaurant an der Prinzenstraße in Ohligs eingeladen. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltungen waren vor Ort.

Beim Empfang der Solinger Wirtschaft konnte die Bergische IHK rund 200 Gäste im neuen MAKU-Restaurant an der Prinzenstraße begrüßen.

Beim Empfang der Solinger Wirtschaft konnte die Bergische IHK rund 200 Gäste im neuen MAKU-Restaurant an der Prinzenstraße begrüßen.

Foto: Peter Meuter

Bio-Weine, Spezialitätenkaffee, kreative Küche und ausreichend Platz für rund 200 geladene Gäste: Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) musste für den Empfang der Solinger Wirtschaft nach der weiteren Sanierung von Schloss Burg und der Schließung des Ausweichquartiers Alter Bahnhof im Südpark eine neue Veranstaltungsstätte finden.

Und die fand die IHK im MAKU-Restaurant im modernisierten ehemaligen Flora-Frey-Gebäude an der Prinzenstraße. IT-Experte Mirko Novakovic hat das Gebäude aufwändig renovieren lassen, sein jüngerer Bruder Sascha Novakovic führt die Geschäfte der MAKU Gastronomie GmbH gemeinsam mit Patrick Habacht.

MAKU heißt auf Finnisch „Geschmack“, den Namen hat Patrick „Patu“ Habacht eingebracht, der finnische Wurzeln hat. Für IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge ist das neue Restaurant eine „kleine Wohlfühloase“. In der aber die bisherigen und weiter bestehenden Herausforderungen für die Wirtschaft wie Corona, Hochwasser-Katastrophe, Cyber-Angriff und Ukraine-Krieg omnipräsent waren. „Trotz Deckelung der Energiepreise sind die Preise immer noch zu hoch“, sagte Wenge in Richtung Politik.

 Diskussionsrunde: Gloria Goellmann, Felicia Ullrich, Tim Kurzbach, Henner Pasch, Jan Coblenz und Thorsten Kabitz (v.r.).

Diskussionsrunde: Gloria Goellmann, Felicia Ullrich, Tim Kurzbach, Henner Pasch, Jan Coblenz und Thorsten Kabitz (v.r.).

Foto: Peter Meuter

Alte beziehungsweise seit Jahren bestimmende Themen standen beim Empfang der Solinger Wirtschaft, darunter waren auch viele Gäste aus Politik und Verwaltungen, in einer Diskussionsrunde einmal mehr auf der Tagesordnung. Moderiert von Thorsten Kabitz (Radio RSG) diskutierten IHK-Präsident Henner Pasch, Oberbürgermeister Tim Kurzbach, IHK-Vizepräsident Jan Coblenz vom Verpackungsspezialisten Brangs + Heinrich sowie Gloria Göllmann (Kreativ-Team Gläaserne Werkstatt) und Felicia Ullrich (U-Form-Verlag) über Fachkräftemangel, Strukturwandel Standort-Entwicklung, Stimmung in der Wirtschaft, Zufriedenheit mit der Stadt oder die Digitalisierung. Appelliert wurde aber auch an die Eigenverantwortung. „Jeder muss selber mutig mit anpacken und nicht fragen, wer was tun kann“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

Der Oberbürgermeister geht davon aus, dass Solingen bei den Haushaltsberatungen ohne Steuererhöhungen auskommt. „Das wäre wirtschaftlich jetzt fatal“, befand Kurzbach, der aber angesichts der Haushaltslage Steuererhöhungen auch nicht gänzlich ausschließen kann.

Einmal mehr forderte Kurzbach auch Investitionen „in die Köpfe unserer Kinder“, kritisiert hat er Land und Bund bei der Unterbringung von Flüchtlingen. „Wir werden hängen gelassen, wir brauchen einen ,new Deal‘ der staatlichen Ebenen“, sagte Kurzbach und ergänzte mit Blick auf die jüngere Generation: „Das weitere Anhäufen von Schulden ist ungerecht.“ Das sehen auch IHK-Präsident Henner Pasch und IHK-Vizepräsident Jan Coblenz so: „Die Kosten dürfen nicht aus dem Ruder laufen“, sagte Pasch, „so kommen wir nicht nach vorne“, betonte Coblenz.

Die Weihnachtszeit ist auch mit Wünschen verbunden. So wünschte sich beispielsweise Gloria Göllmann von OB Kurzbach, dass er „das tradierte Verwaltungssystem“ ändert. Jan Coblenz ermunterte Felicia Ullrich, im Sinne des Fachkräftebedarf weitere Projekte zu initieren. Felicia Ullrich wünscht sich von Henner Pasch, sich stärker für mittelständische Firmen einzusetzen, damit nicht nur große Unternehmen im Rampenlicht stehen. Pasch selbst forderte von allen „schnellen Mut zu Veränderungen“. Der Verwaltungschef würde sich in der Stadtmitte über mehr Engagement aus der Bevölkerung freuen: „In Ohligs ist das besser gelungen.“

Mirko Novakovic hat in das ehemalige Flora-Frey-Gebäude investiert.

Mirko Novakovic hat in das ehemalige Flora-Frey-Gebäude investiert.

Foto: Peter Meuter
IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge begrüßte die Gäste.

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge begrüßte die Gäste.

Foto: Peter Meuter

Klar ist den Beteiligten der Diskussionsrunde aber, dass Veränderungen nur gut gelingen, „wenn alle an einem Strang ziehen“, sagte Gloria Göllmann. Für Veränderungen müsse man offen und positiv sein. IHK-Präsident Henner Pasch forderte mehr Tempo: „Wir bewegen uns nicht schnell genug.“

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