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Solingen: Eklat um Ex-Pro-NRW-Frau in der SPD

Solingen : Eklat um Ex-Pro-NRW-Frau in der SPD

Mitglied verlässt Fraktion, weil BV-Sprecherin in Mitte früher bei rechter Partei war.

Unter den Sozialdemokraten in der Bezirksvertretung (BV) Mitte ist ein offener Streit um die neue Sprecherin der SPD-Fraktion, Nicole Schramm, ausgebrochen. Nachdem die BV-Mitglieder der Partei vor Ostern dafür votiert hatten, Schramm mit der Nachfolge des verstorbenen Werner Höfer zu betrauen, hat jetzt der Bezirksvertreter Herbert Bielschowsky seinen Rückzug aus der Fraktion bekannt gegeben.

Der Hintergrund: Bielschowsky lehnt es ab, mit Schramm weiter zusammenzuarbeiten, da diese früher Mitglied der rechtsgerichteten Partei Pro NRW gewesen und für diese Gruppierung im Jahr 2015 auch in die BV eingezogen war. "Ich habe diese Woche unter anderem alle BV-Mitglieder über meinen Entschluss informiert", bestätigte Herbert Bielschowsky am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion seinen Rückzug aus der SPD-Fraktion. Eine gemeinsame politische Arbeit mit Nicole Schramm sei für ihn ausgeschlossen, stellte Bielschowsky klar, der die Partei selbst aber nicht verlassen will.

Bei der SPD wurde der Schritt Bielschowskys gestern mit Unverständnis quittiert. "Nicole Schramm hat mir gegenüber deutlich gemacht, unter welchen Umständen sie seinerzeit zu Pro NRW gegangen ist und dass dies ein großer Fehler war", sagte Solingens SPD-Chef Josef Neumann auf Anfrage. So habe die Partei den Fall sehr genau geprüft, als Schramm habe eintreten wollen, versicherte Neumann, der betonte, jeder Mensch habe eine zweite Chance verdient. Neumann: "Es ist doch zu begrüßen, dass sich Nicole Schramm nun in einer demokratischen Partei engagiert".

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Tatsächlich wird der neuen SPD-Sprecherin gute Arbeit attestiert. "Sie hat viele Ideen und sich längst von Pro NRW distanziert", hieß es am Dienstag bei den Sozialdemokraten. Darüber hinaus sei ihre Vergangenheit stets bekannt gewesen. "Dass sich Bielschowsky ausgerechnet jetzt daran stört, ist nicht nachvollziehbar", sagte ein Genosse.

Bielschowsky bleibt indes bei seiner Entscheidung. Diese sei in den vergangenen Wochen gereift. "Bei der Wahl Schramms war ich nicht anwesend", unterstrich das BV-Mitglied, das betonte, die Zeit von Nicole Schramm bei Pro NRW sei für ihn keineswegs als "Jugendsünde" abzutun. Bezirksbürgermeister Richard Schmidt (SPD) bedauerte derweil das Ausscheiden Bielschowskys. Der Weg zurück in die Fraktion stehe ihm nach wie vor offen, so der Bezirksbürgermeister.

(or)