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Einzelhandel in Solingen: Geschäfte bereiten sich auf Neustart vor

Einzelhandel in Solingen : Geschäfte bereiten sich auf Neustart vor

Damit ab Montag wieder viele Waren regulär über die Verkaufstheke gehen können, laufen bei den Ohligser Händlern die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Acrylglaswände zum Schutz der Mitarbeiter sind montiert, Abstandsmarkierungen kleben auf dem Boden, und Spender mit Desinfektionsmittel werden auch bald kommen – der Betrieb geht wieder los in vielen Geschäften, die zuletzt geschlossen hatten. Für die Einzelhändler bedeutet das Aufatmen, aber auch Umrüsten.

„Die Hälfte der Arbeiten haben wir schon geschafft“, berichtete Thomas Gongoll, Inhaber des Freizeit-Fachmarktes an der Grenzstraße am Freitagnachmittag. Am Samstag stehen weitere Maßnahmen auf dem Programm, um die notwendigen Bedingungen für den Verkauf im Geschäft zu schaffen. Die Belegschaft muss unter anderem Regale auffüllen und zusätzlich zu den anderen Schutzmaßnahmen Schilder anbringen, die Kunden auf die bekannten Abstandsregeln hinweisen.

Mit zunächst 60 bis 70 Prozent der Mitarbeiter wird Gongoll am Montag den neuen Zeitabschnitt einläuten. „Wir müssen natürlich sehen, wie die Kunden das annehmen“, dämpft er ein wenig allzu große Erwartungen an den Wiederbeginn des klassischen Geschäftes. Dass Spielzeuge und Zubehör für die heimischen Gärten gerade angesichts des beinahe frühsommerlichen Wetters hoch im Kurs dürften, steht allerdings außer Frage. In den letzten Wochen hatte Gongoll die eigenen Geschäfte durch Lieferdienst und Online-Bestellungen zur kontaktlosen Abholung aufrechterhalten – und das durchaus mit Erfolg.

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Ähnlich wie ihm erging es bekanntlich vielen anderen Geschäften – so auch der Buchhandlung Kiekenap an der Düsseldorfer Straße: „Ich stelle gerade noch einige Lieferungen zusammen“, berichtete deren Inhaberin Brigitte Kiekenap gestern. Der Service habe ebenfalls gut funktioniert. Froh ist sie naturgemäß dennoch, dass sie ihre Türen am Montag wieder normal öffnen kann – ebenfalls mit Schutzvorrichtungen für die Mitarbeiter, Markierungen und einer begrenzten Zahl an Kunden, die sich gleichzeitig im Geschäft aufhalten. „Man muss natürlich ein bisschen improvisieren“, sagt sie. Um im Hinblick auf Regelungen, Tipps und neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein, hält sie regelmäßigen Kontakt zur Industrie- und Handelskammer und dem Branchenverband.

Dass die Politik die Entscheidung über die Wiedereröffnung relativ kurzfristig traf, kommentiert sie zurückhaltend: „So eine Lage wie die jetzige haben wir eben noch nicht gehabt.“ In der Corona-Krise müssten alle Entscheidungsträger schwierige Abwägungen vornehmen – natürlich immer mit der obersten Priorität beim Gesundheitswesen.

Ähnlich sieht es auch Thomas Gongoll: Dass Bund und Länder jetzt manches ad hoc beschlössen, sei der besonderen Situation geschuldet.