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Einzelhändler in Solingen bauen Kundenservice aus

Ohligser Händler bieten Lieferdienst : Einzelhändler in Solingen bauen Kundenservice aus

Geschäfte setzen angesichts der verordneten Schließungen oder nachlassenden Kundenströme auf Abhol- und Lieferdienst.

Wer den Kindern oder seinen Enkeln zum Osterfest eine Freude in Form eines kleinen Geschenks machen will, muss in diesem Jahr zumindest auf das Stöbern im Spielzeugladen verzichten. Das heißt aber nicht, dass der Nachwuchs leer ausgehen muss: Denn Einzelhändler, die ihre Geschäfte wegen der Corona-Krise nicht öffnen dürfen, versuchen längst auf anderem Wege, ihre Waren unter die Leute zu bringen – wie zum Beispiel der Freizeit-Fachmarkt Gongoll an der Grenzstraße.

Dort können Kunden die Produktpalette, vom Spielzeug über das Campingzubehör bis zu Sportartikeln, telefonisch, per E-Mail, Skype oder im Online-Shop bestellen. „Viele wissen, was wir haben oder sehen sich unser Angebot im Internet an“, erklärt Inhaber Thomas Gongoll. Die Suche im Regal ersetzt ein Video-Chat per WhatsApp, über den die Mitarbeiter den Kunden die Waren zeigen. Wer diese dann abholen will, meldet sich vorher und kann sie schließlich an der Eingangstür des Marktes ohne Kontakt mit dem Verkäufer entgegennehmen. „Etwa 20 Kunden am Tag kommen zu uns, plus denen, die über den Online-Shop bestellen“, berichtet Thomas Gongoll. Aber auch einen Lieferdienst für Waren ab 50 Euro bietet der Fachmarkt an.

 Auch Fisch-Händler Stephan Schälte beliefert auf Nachfrage seine Kunden.
Auch Fisch-Händler Stephan Schälte beliefert auf Nachfrage seine Kunden. Foto: Alexander Riedel
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Geschlossen ist, wie auch andere Gaststätten, das Restaurant von Schälte Fischdelikatessen neben dessen Geschäft an der Düsseldorfer Straße. Letzteres ist wiederum geöffnet, mit den inzwischen gewohnten Abstandsregeln und Begrenzungen der Kundenzahl in den Räumen. Die Tische, an denen sich sonst viele Gäste niederlassen würden, um ihre Speisen direkt im Geschäftsraum zu verzehren, sind verwaist. Sämtliche Waren und Speisen können die Kunden aber auch auf Vorbestellung abholen – oder sich sogar nach Hause bringen lassen. Denn im Zuge der Corona-Krise organisierte auch der renommierte Fisch-Händler mit Filialen in Solingen und Haan einen Lieferdienst. „Der wird gut angenommen“, resümiert Mitarbeiter Marco Meyer. Die Anzahl der Kunden, die das Angebot nutzten werde immer größer – eben auch, weil die Möglichkeit des Essens vor Ort weggefallen sei.

Die geschäftlichen Aktivitäten versucht man auch bei Zweiräder Biernath an der Grünstraße so gut es eben geht fortzusetzen: Das Ladenlokal ist geschlossen, die Werkstatt jedoch geöffnet. Dort arbeitet die Belegschaft aus Sicherheitsgründen in zwei Schichten, die einander nicht begegnen. „Die Reparaturen laufen wie vorher ab“, sagt Inhaberin Regine Biernath. Die Annahme findet im Durchgang neben dem Geschäft statt. Dort können Kunden auch per E-Mail oder telefonisch bestellte Waren abholen.

Wer Fahrradschläuche braucht, bekommt sie an einem Automaten am Kundenparkplatz auf der Emscherstraße. Und auch seinen Bring-Service hält das Fahrradgeschäft aufrecht: „Wir koordinieren das und geben den Kunden Bescheid, wann jemand vorbeikommt“, erklärt Biernath.

Natürlich sei die jetzige Situation traurig, sagt sie mit Blick auf das sonnige Frühlingswetter der letzten Tage, das eigentlich für Radtouren wie geschaffen ist, schiebt aber hinterher: „Aber es geht ja keinem besser. Und wir sind froh, dass wir die Werkstatt haben.“