Solingen: Einkehren im Waggon

Solingen: Einkehren im Waggon

Die Fuhrgemeinschaft möchte im nächsten Jahr ein ungewöhnliches Lokal an der Korkenziehertrasse eröffnen: Die Gäste werden in Eisenbahnwaggons Essen und Trinken können.

Die Korkenziehertrasse hat sich zum Publikumsmagneten entwickelt. Täglich nutzen Hunderte von Besuchern die Trasse. "Nur ein gastronomisches Angebot fehlt", hat Peter Schneider vor zwei Jahren festgestellt. Er ist der Leiter des Bürgervereins Fuhrgemeinschaft und möchte möglichst bald zwei Eisenbahnwaggons als Restaurant direkt an der Trasse gegenüber der Schelerstraße aufstellen. "Wir erhoffen uns davon eine Verschönerung des Wohngebietes und möchten Anreize schaffen, zu uns zu kommen", so Schneider. Zudem findet er, dass die Waggons eine schöne Anlehnung an die ursprüngliche Nutzung als Eisenbahntrasse sind.

Eigentlich sollte das ungewöhnliche Lokal bereits in diesem Monat eröffnet werden. "Wir liegen jedoch aufgrund der noch nicht erfolgten Genehmigung des Bauantrages zeitlich zurück." Voraussichtlich werde das Lokal also erst im nächsten Jahr die ersten Besucher begrüßen können.

Rund 70.000 Euro wird das Projekt insgesamt kosten. "Von der Stadt-Sparkasse haben wir 18.000 Euro gespendet bekommen, zudem unterstützen uns das Land NRW im Rahmen des Programms "Soziale Stadt", die Arge und der Verein Impuls in unserem Vorhaben." Außerdem habe es viele kleine Spenden gegeben und regionale Handwerker wollen bei den Arbeiten an den Waggons helfen.

Derzeit stehen die beiden Eisenbahnwaggons noch auf dem Gelände einer metallverarbeitenden Firma im Industriegebiet Aufderhöhe. "Wir müssen uns nun ein wenig beeilen, denn die Arbeiten müssen noch in diesem Jahr beginnen, damit der Zuschuss des Landes erteilt werden kann", erklärt Peter Schneider. Auf dem kleinen Rasenstück gegenüber der Fuhrgemeinschaft sollen die Waggons mit der Hilfe von schulisch schlecht ausgebildeten Jugendlichen hergerichtet werden. "Die Jugendlichen können Arbeiten verrichten, wie das Ausschlachten der Waggons oder das Bauen der Bistro-Tische." Damit seien allerdings erst die Grundsteine für das geplante Lokal gelegt: "Wir müssen eine Küche einbauen und sanitäre Einrichtungen schaffen", ist sich Schneider bewusst. Er setzt auf eine gehobene Gastronomie. Die Waggons sollen nicht nur als Café genutzt werden, sondern es wird auch warme Gerichte geben.

Besondere Erwartungen setzt Schneider in die kulturelle Nutzung der Waggons: "In dieser ungewöhnlichen Atmosphäre ließen sich Veranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte wunderbar ausrichten", sagt er. Schneider geht nicht davon aus, dass das Lokal Gewinne abwerfen wird: "Wir müssen uns erst mal etablieren und sind froh, wenn sich das Projekt refinanziert." Werden schwarze Zahlen geschrieben, kämen die Gewinne Projekten der Fuhrgemeinschaft zugute.

(RP)