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Solingen: Eine Nasenspitze voraus

Solingen : Eine Nasenspitze voraus

Die Gustav Wolff Maschinenfabrik feiert in diesem Monat das 75-jährige Bestehen. Das Unternehmen von der Martinstraße im Industriegebiet Scheuren beschäftigt 50 Mitarbeiter und hat volle Auftragsbücher.

Im Industriegebiet Scheuren an der Martinstraße ist die Gustav Wolff Maschinenfabrik mit einer ersten Halle seit 1972 aktiv. Vier Jahre zuvor wurde dort ein Grundstück gekauft. "Wir hätten damals gerne schon ein größeres Grundstück in Richtung Stephanstraße gekauft. Die Stadt hatte dies damals aber abgelehnt. Sie hatte wohl wenig Zuversicht in Bezug auf unser Unternehmen", vermutet Ottomar Wolff.

Der 76-Jährige, der sich auch lange Jahre für die CDU im Solinger Stadtrat engagierte, kann diese Entscheidung im Nachhinein immer noch nicht verstehen. Denn das Unternehmen, das 1936 an der Herzogstraße in Merscheid von Gustav Wolff gegründet wurde und in diesem Monat das 75-jährige Firmenbestehen feiert, ist stetig gewachsen. "Unsere Auftragsbücher sind bis Ende des nächsten Jahres voll. Selbst die schlimme Krise ab Herbst 2008 hat uns nicht so hart getroffen. Kurzarbeit war bei uns nie ein Thema", sagt Michael Wolff-Oberbanscheid. Er führt zusammen mit Ottomar Wolff die Geschäfte des Unternehmens.

Die "extreme Vielseitigkeit" der Maschinenfabrik Gustav Wolff sei dafür verantwortlich. "Wir haben Kunden quer durch alle Branchen", so die beiden Geschäftsführer. 1500 Kunden zählt die Maschinenfabrik zu ihren Kunden, ein Drittel davon sei Stammkundschaft. "Wir sind Spezialisten, die Konkurrenz ist überschaubar", betonen Ottomar Wolff und Michael Wolff-Oberbanscheid, der am heutigen Mittwoch seinen 53. Geburtstag feiert. Aber auch mit Qualität und Zuverlässigkeit punktet das Unternehmen seit 75 Jahren überwiegend auf dem deutschen Mark: "Immer eine Nasenspitze voraus" – so lautet das Motto der Maschinenfabrik. Dies bringt das Firmenlogo – der Wolfskopf, der die Nase aus dem Logo heraus streckt – zum Ausdruck.

Pressen mit einer Druckkraft von drei bis 1500 Tonnen, Schmiedehämmer und Konduktivanlagen fertigt die Gustav Wolff Maschinenfabrik. "Nahezu 90 Prozent der Solinger Schneidwarenbranche hat Maschinen von uns", sagt Ottomar Wolff nicht ohne Stolz. Aber nicht nur die, sondern auch Blechverarbeiter, die Stahlwaren- und Aluminiumindustrie, Schmiedebetriebe, selbst Münzanstalten bekommen Prägepressen von der Solinger Firma, die rund 50 Mitarbeiter beschäftigt.

Weiteres wichtiges Standbein sind aber auch Dienstleistungen wie unter anderem Reparaturen rund um die Uhr, Teilsanierungen oder die komplette Überholung von Maschinen. Das wird auch bei den Kunden direkt erledigt. Die mobile Zerspanung vor Ort ist ebenso selbstverständlich. "Ein Service, der gerne angenommen wird", so Wolff-Oberbanscheid.

Innovationen, vor allem Verbesserungen im Detail von Maschinen, wird nicht vernachlässigt. Erst kürzlich hat die Maschinenfabrik ein Patent für einen Segmentbelag für Reibspindelpressen bekommen, der die bisherigen Lederbandagen ersetzt. Michael Wolff-Oberbanscheid: "Hier werden jetzt jede Menge Maschinen umgerüstet, denn unsere Entwicklung spart den Kunden viel Zeit – und Geld."

(RP)