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Einbrüche in Solingen und Remscheid sinken – Aufklärungsquote auch

Kriminalitätsstatistik im Bergischen Land : Zahl der Einbrüche geht zurück

Die Summe der Delikte sank massiv. Neue Polizeikonzepte greifen offenbar. Wermutstropfen: Die Aufklärungsquote ist nach wie vor gering.

Für Hausbesitzer und Wohnungseigentümer beginnt das neue Jahr mit einer guten Nachricht. Nachdem die Zahl der Einbrüche über viele Jahre hinweg auf einem erschreckend hohen Niveau gewesen ist, haben es vor allem Banden von sogenannten reisenden Täten inzwischen entschieden schwerer. Denn nach jüngsten Zahlen, die am Mittwoch von der Polizei veröffentlicht wurden, ist die Zahl der Einbruchsfälle vor allem in Solingen zuletzt stark rückläufig gewesen.

So registrierten die zuständigen Beamten des für das gesamte bergische Städtedreieck verantwortlichen Polizeipräsidiums Wuppertal in den ersten zehn Monaten des gerade zu Ende gegangenen Jahres für die Klingenstadt im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 eine Abnahme der Delikte um 29,7 Prozent. Hatten Einbrecher zwischen Januar und Oktober 2017 in Solingen noch 212 Mal zugeschlagen, waren sie bis Ende Oktober 2018 nur noch in 149 Fällen „erfolgreich“. Und auch in Remscheid fällt es den Kriminellen mittlerweile schwerer, Beute zu machen. Dort sank die Zahl der Einbrüche im Vergleichszeitraum um 21 auf nunmehr 73 Fälle, was einem Minus von 22,3 Prozent entspricht.

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Ein Trend, der nach Einschätzung der Polizei hauptsächlich auf eine neue Software des Landeskriminalamtes (LKA) NRW zurückzuführen ist. Unter der Bezeichnung „System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation“, kurz SKALA, liefert das LKA den Polizeibehörden vor Ort nämlich seit geraumer Zeit und im wöchentlichen Rhythmus Prognosen darüber, in welchen Gegenden Einbrecher wahrscheinlich in naher Zukunft auftauchen – so dass die Beamten die Möglichkeit besitzen, bereits im Vorfeld tätig zu werden.

Im Klartext: Schlägt das Landeskriminalamt für einen bestimmten Stadtteil Alarm, verstärkt die Polizei im besagten Bereich ihre Streifen und führt gezielte Fahrzeugkontrollen durch. Was wiederum zur Folge hat, dass die oftmals aus Südosteuropa stammenden Einbrecherbanden erst gar nicht die Chance bekommen, ihrem dunklen Gewerbe nachzugehen.

Dabei fußen die Vorhersagen des LKA keineswegs auf einer Art Zufallsprinzip. Im Gegenteil: Die zugrundeliegende Software greift auf solche Informationen wie aktuelle Tatorte und Tatzeiten, aber auch auf „Sozio- und Infrastrukturdaten“ zurück, die es der Polizei dann erlauben, ziemlich genau die zukünftigen Wege der Kriminellen zu bestimmen.

„Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Einbrüche zu verhindern und Einbecher hinter Schloss und Riegel zu bringen“, bekräftigte in diesem Zusammenhang Polizeipräsident Markus Röhrl, der am Mittwoch überdies betonte, es gelte, auch die Aufklärungsquote bei Einbrüchen zu steigern.  Die bleibt nämlich  das Sorgenkind der Polizei. So gelang es in Solingen von Januar bis Oktober 2018, lediglich in 10,1 Prozent der Fälle, die Täter zu fassen. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte dieser Wert noch bei 12,7 Prozent gelegen.

Indes dürfte eine Verbesserung der Aufklärungsquote nicht leicht zu bewerkstelligen sein. Denn zum einen verschwinden die meisten Einbrecher genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind. „Diesbezüglich spielen vor allem die nahe gelegenen Autobahnanschlüsse in der Region eine Rolle“, sagte jetzt ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Zum zweiten steht aber auch die nach wie vor kurze Personaldecke bei der Polizei einer effektiveren Verfolgung der Straftäter im Wege. So können Einbrecher für gewöhnlich nur auf frischer Tat gestellt werden. Wozu – neben uniformierten Streifen – vor allem Zivilfahnder vonnöten sind. Doch diese sind nach Einschätzung etlicher Polizei-Insider im Bergischen Land wie anderswo in NRW wegen Personalmangels viel zu selten verfügbar.