Einbruch in Solinger Freizeitpark Ittertal auf Video zu sehen

Eindringlinge stellen Film online : Einbruch ins Ittertal auf Video zu sehen

Unbekannte haben sich unbefugt Zutritt in den Freizeitpark Ittertal verschafft und den Fim ins Netz gestellt.

Mit kindlich-glückseligem Gesichtsausdruck lässt sich der junge Mann in einer Szene eines rund 30-minütigen Videos in ein Bällebad plumpsen. „Hey Leute, das müsst ihr euch ansehen! Hier ist ja alles noch völlig intakt!“, ruft er begeistert in die Kamera. Die Bilder sind im historischen Freizeitpark Ittertal in Wald entstanden, in das der Mann, begleitet von zwei weiteren Männern sowie zwei jungen Frauen, offenbar kürzlich am helllichten Tag eingebrochen ist.

Bei seiner Aktion hat er sich filmen lassen und aus dem Material eine Art „Erlebnis-Reportage“ produziert, die er im Internet auf dem Videoportal YouTube veröffentlicht hat. Alle Beteiligten zeigen sich auf dem Film unverpixelt, ihren Einbruch haben sie aufwendig und detailliert dokumentiert.

Eigentümer Bruno Schmelter fehlen angesichts dieser Bilder die Worte. Schon öfters hätten Unbekannte versucht, in den Park einzudringen und Fotos zu machen, dieser Vorfall habe aber eine neue Qualität, sagt Schmelter noch immer um Fassung ringend. „Die jungen Leute sind sogar in die Elektronik des sprechenden Baums hineingekrabbelt, das hätte auch richtig ins Auge gehen können.“ Gestern habe er deswegen Strafanzeige bei der Polizei gestellt.

Denn der Freizeitpark Ittertal ist scheinbar zum bevorzugten Ausflugsziel von Anhängern der sogenannten Urbex-Szene geworden. Urbex steht für „Urban Exploration“ (Stadterkundung) und beschreibt einen Freizeittrend, dessen Fans sich an verlassene, gespenstisch anmutende Orte begeben und dies im Internet dokumentieren. Der Urheber des Videos im Freizeitpark Ittertal bittet auf Instagram gar um Spenden, da „dieses Hobby schon recht kostenintensiv“ sei.

Für die Polizei dürfte es eine Arbeitserleichterung sein, dass der Hauptakteur zu Beginn des Videos ausführlich beschreibt, wie die Gruppe sich Zutritt zu dem Park verschafft und welche Hindernisse sie dabei überwunden hat. Dass es sich bei der Aktion mitnichten um einen Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat handelt, stellt Stefan Weiand, Sprecher der Polizei Wuppertal, auf Nachfrage unmissverständlich klar: „Der Straftatbestand des Hausfriedensbruches ist hier auf jeden Fall erfüllt.“

Wer jetzt illegal in den Freizeitpark eindringt, den warnt Bruno Schmelter vor einem Pitbull und einem Staffordshire Terrier, die inzwischen auf dem Gelände frei herumlaufen. „Die beiden können sehr böse werden!“

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